Keine Unterstützung für den Hirschpark: Stadt Luzern lehnt Bevölkerungsantrag ab

Die Antragsteller forderten die Stadt Luzern auf, den Hirschpark zwischen Friedental und Kantonsspital langfristig zu sichern und seine Grundlagen zu finanzieren. Das lehnt die Stadt nun ab – und äussert Alternativen für die Zukunft des Areals.

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Die Hirsche im Hirschpark in Luzern

Die Hirsche im Hirschpark in Luzern

Bild: Pius Amrein, Luzern, Oktober 2015

(fmü) «Solange es dem Verein Freunde des Hirschparks Luzern gelingt, auf privater Basis die Mittel für den Betrieb des Hirschparks zu generieren und ihn zu erhalten, sieht der Stadtrat keine Veranlassung, von der bisher gültigen Praxis abzurücken.» Das schreibt der Stadtrat in einer Stellungnahme am Montag.

Der Betrieb des Hirschparks kostet jährlich 65'000 Franken. Den Betrag stemmte der Verein Freunde des Hirschparks seit dem Jahr 2008 selber – und muss dies auch weiterhin tun. Das Geld kommt von Mitgliederbeiträgen, Gönnerschaften und verschiedenen Aktionen. «Für einen einzelnen Verein ist das eine grosse Last», sagte Präsidentin Anita Weingartner im Juni diesen Jahres, als der Bevölkerungsantrag eingereicht wurde (wir berichteten)

Alternativen für Nutzung des Gebietes

Der Stadtrat räumt ein, dass der über 400-jährige Hirschpark wegen der historischen Bedeutung für Luzern oder der Namensgebung für das ganze Gebiet ein gefühlsbetontes Thema sei. Diesem emotionalen Zugang würden aber rationale Überlegungen gegenüber stehen: Das Gebiet stelle zwar einen wichtigen Erholungsraum dar, den der Stadtrat in jedem Fall erhalten wolle. Die Hirsche selbst würden diesbezüglich aber kaum einen Mehrwert für die Bevölkerung bieten. Der Stadtrat sieht daher keine zwingende Notwendigkeit, das Hirschgehege zu erhalten.

Genauso wenig sieht der Stadtrat Gründe, dieses aufzuheben. Sollte es dereinst dennoch so weit kommen, wären Alternativen wie ein grosser Spielplatz mit Grillstellen oder eine Kleinsportanlage mit Outdoor-Fitnessgeräten oder Klettermöglichkeiten denkbar, heisst es in der Stellungnahme.

Anders als der Verein sieht der Stadtrat in der Anlage auch kein ungenutztes Potenzial für die Schulen und den naturnahen Unterricht.

Hirschpark-Vertreter sehen Kulturhof Musegg als direkte Konkurrenz

Am Montagnachmittag reagierten die Antragstellenden in einer Medienmitteilung auf die Stellungnahme des Stadtrats. Darin wiesen sie darauf hin, dass der Hirschpark sehr wohl Lernpotenzial für die Jugend bieten würde und die Tiere optimal betreut würden.

Ausserdem würde die vom Stadtrat erwähnte jährliche Leistung von 20'000 Franken an den Hirschpark zwar auf dem Papier stehen, dem Verein gegenüber sei sie jedoch nie ausgewiesen worden. «Schätzungsweise wurde jährlich etwa die Hälfte dieser Leistung für Kehrrichtkübel-Leerung, Wegunterhalt, Winterdienst und Bezug von Grassamen erbracht.»

Die Antragstellenden sehen den Kulturhof Musegg als direkte Konkurrenz. Dem Kulturhof würden aber ganz andere finanzielle Mittel und Infrastruktur zur Verfügung stehen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Als nächstes wird das Stadtparlament über den Bevölkerungsantrag diskutieren.

Die Stellungnahme des Stadtrates in voller Länge gibt es hier. Die Antwort der Antragstellenden finden Sie hier.

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