Kernser sagen Ja zur Steuerfusserhöhung und «retten» damit vier Millionen Franken

Die Gemeinde Kerns kann den Steuerfuss per 1. Januar um 0,01 Einheiten anheben. Dies ist nötig, ansonsten müsste man auf viel Geld aus dem interkantonalen Finanzausgleich verzichten.

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Blick auf die Gemeinde Kerns.

Blick auf die Gemeinde Kerns.

(Bild: Pius Amrein, Kerns 28. März 2019)

Eine ausserordentliche Gemeindeversammlung mit rund 110 Anwesenden hat am Freitagabend die Erhöhung des Steuerfusses um 0,01 Einheiten auf neu 4,71 Einheiten per 1. Januar 2020 einstimmig genehmigt. Diese belastet die Steuerzahler mit insgesamt rund 35'000 Franken. Andererseits können dadurch aus dem interkantonalen Finanzausgleich vier Millionen Franken Ressourcenbeitrag gesichert werden.

Weshalb diese Rettungsaktion? Für die Berechnung des Ressourcenausgleichs innerhalb des Kantons wird unter anderem der Gesamtsteuerfuss der Gemeinden, inklusive römisch-katholische Kirche und Kantonssteuer, herangezogen. Laut Prognose des Kantons wird Sachseln 2020 neu zur Gebergemeinde. Weist nun aber eine Nehmergemeinde einen tieferen Gesamtsteuerfuss als eine Gebergemeinde auf, wird der Nehmergemeinde der gesamte Ressourcenausgleich gestrichen. Der springende Punkt: Kerns weist einen Gesamtsteuerfuss von 8.42 Einheiten auf, Sachseln einen solchen von 8.43. Hätte Kerns keine Korrektur in letzter Minute vorgenommen, würde die Gemeinde rund 4 Millionen Franken im 2020 verlieren, falls Sachseln zur Gebergemeinde wird. (rh)

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