Kieswerk in Ballwil erhält eine neue Aushubwaschanlage – knappes Ja zur Aufwertung der Dorfstrasse

Die Stimmbürger sagen zweimal Ja: Das Kieswerk kann für rund sechs Millionen Franken ausgebaut werden. Die Sanierung und Aufwertung der Dorfstrasse wurde hingegen nur haarscharf gutgeheissen.

Urs-Ueli Schorno
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Sie können Ballwils Kiesvorräte auch für künftige Generationen nutzbar machen: Gabriel Notz, Bereichsleiter Infrastruktur, Benno Bühler Gemeindepräsident und Roger Mathis, Präsident Kieskommission und Gemeinderat. (Bild: Boris Bürgisser, 23. April 2019)

Sie können Ballwils Kiesvorräte auch für künftige Generationen nutzbar machen: Gabriel Notz, Bereichsleiter Infrastruktur, Benno Bühler Gemeindepräsident und Roger Mathis, Präsident Kieskommission und Gemeinderat. (Bild: Boris Bürgisser, 23. April 2019)

Rund um den Dorfkern Ballwil findet sich eine flächige, mächtige Moränenabdeckung mit vielen rundovalen Hügeln. Deren Inhalt, der in der letzten Eiszeit entstand: Kies. Der Rohstoff, der im Kieswerk der Gemeinde abgebaut wird, wirft jährlich bis zu 1,8 Millionen Franken Gewinn ab.

Dieser wirtschaftlichen Bedeutung sind sich auch die Stimmbürger bewusst: Sie sprachen sich gestern mit einen Ja-Anteil von knapp 85 Prozent für den Ausbau der Infrastruktur im Umfang von sechs Millionen Franken aus. Gemeindepräsident Benno Büeler (CVP) freut sich, «dass nun ein nachhaltiges und zukunftsträchtiges Projekt verwirklicht werden kann».

Längere Lebensdauer dank besserer Ausbeute

Konkret kann eine Aushubwaschanlage gebaut werden. Dadurch verlängert sich die Lebensdauer der Grube um 40 Jahre auf 60 Jahre. Erreicht wird die Lebensverlängerung durch eine bessere Ausbeute. Mit der neuen Anlage können nämlich künftig auch die Abdeck- und Zwischenschichten des Kieswerks genutzt werden. Betrieben wird die Anlage hauptsächlich von der Lötscher Kies und Beton AG aus Ballwil.

Ein Ja gab es auch zur Sanierung und Aufwertung der Dorfstrasse – mit 51 Prozent Ja-Anteil aber sehr knapp. Man gehe nun bei der Planung besonders sorgfältig vor – und wolle klar kommunizieren, verspricht Büeler. Die Sanierungen Dorfbach, Kirchentreppe, Kanalisationsleitung und Belagssanierung kosten knapp 1,5 Millionen Franken. Für die Aufwertung der Dorfstrasse und die Erhöhung der Verkehrssicherheit sind rund 1,7 Millionen veranschlagt. Die Massnahmen sollen 2021 umgesetzt werden.

Preisgekrönte Kiesgrube und ein Mammutzahn

Bereits vor hundert Jahren wurde in Ballwil mit dem Abbau von Kies begonnen. Zu Spitzenzeiten wurden bis zu 200 000 Kubikmeter pro Jahr abgebaut, inzwischen hat sich der Bedarf bei 70 000 Kubikmetern eingependelt.

Die Kiesgrube wird heute von der Firma Lötscher Kies und Beton AG betrieben. Dabei ist das Gebiet nicht nur wirtschaftlich attraktives Gelände: Im vergangenen Oktober wurde die Betreiberfirma erneut für eine «vorbildliche und naturnahe Gestaltung ihrer Abbaustelle» von der Stiftung Wirtschaft und Natur ausgezeichnet. Hervorgehoben wurde bei der Vergabe des Labels, dass die Firma in ihrer Kiesgrube unter anderem Hecken, Magerwiesen, Kleingehölze und Tümpel erstellt hat. Damit fänden sämtliche bedrohte Amphibienarten einen Lebensraum.

Die Kiesgrube ist auch eine archäologische Fundstelle: 2006 wurde hier der Stosszahn eines Mammuts gefunden, der 1,8 Meter lang ist und rund 45 000 Jahre alt sein soll. Seit 2010 ist er dauerhaft im Naturmuseum ausgestellt. (uus)

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Ernesto Piazza