KINDERBETREUUNG: Horwer Eltern schätzen die Wahlfreiheit

Der Horwer Gemeinderat ist vom System der Betreuungsgutscheine überzeugt. Er beantragt deshalb dem Einwohnerrat die Verlängerung des Piltoprojekts bis Ende 2011.

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Die Kinderabzüge sollen im neuen Steuergesetz erhöht werden. (Archivbild Neue LZ)

Die Kinderabzüge sollen im neuen Steuergesetz erhöht werden. (Archivbild Neue LZ)

In Horw erhalten anspruchsberechtigte Eltern für die Fremdbetreuung ihrer Kinder im Vorschulalter einen Gutschein und können die Tagesstätte oder Tagesfamilie dazu in Horw oder anderswo selber bestimmen.

Gutscheinsystem garantiert Gleichbehandlung
Im jetzt vorliegenden Zwischenbericht über die bisherigen Erfahrungen spricht der Gemeinderat von einem Erfolg und listet interessante Fakten auf: Trotz Wahlfreiheit bleiben die meisten Kinder bei einer Horwer Tagesstätte oder Tagesfamilie. Nur ein knappes Drittel entschied sich für eine Tagesstätten ausserhalb von Horw. Das sozialpolitisch wichtigste Argument für das Gutscheinsystem ist gemäss Zwischenbericht die Gleichbehandlung. Das heisst: Auch Familien in bescheidenen finanziellen Verhältnissen können dank Fremdbetreuung ein zusätzliches Einkommen erzielen.

Die Einführung der Betreuungsgutscheine hat sich laut Auswertungsbericht nicht negativ auf die Betreuung in Tagesfamilien ausgewirkt, im Mai 2009 wurden hier 12 Kinder im Vorschulalter betreut, im Juni 2010 waren es 11. Nicht konkurrenziert wird die innerfamiliäre Betreuung, wie der Gemeinderat in seinem Bericht und Antrag an das Parlament schreibt: «Nach wie vor werden 9 von 10 Kindern im Vorschulalter in der Familie betreut.»

Nachfrage: nicht überrannt
Vorsichtshalber wurde beim Start der Pilotphase mit einem Anstieg der Nachfrage gerechnet. Das ist so nicht eingetroffen. Statt der erwarteten 60 Kinder beanspruchen lediglich 36 Kinder Betreuungsgutscheine. Der Fremdbetreuungsgrad liegt bei 10 Prozent im Juni 2010, im Unterschied zu 15 Prozent im Mai 2009.

Weil der Bedarf vorsichtig eingeschätzt worden ist, gibt es bei den Kosten kein böses Erwachen. Der Gesamtaufwand inklusive Administration und Evaluation beläuft sich nach Abzug der Bundessubventionen auf 193'000 Franken statt auf budgetierte 214'000 Franken. Der Gemeinderat möchte aufgrund der positiven Erfahrungen das Pilotprojekt unverändert bis 31. Dezember 2011 weiterführen.

pd/zim