KINDERBETREUUNG: Luzerner Eltern sollen höhere Betreuungsgutscheine erhalten

Die Stadt Luzern soll Eltern, die ihre Kinder in Krippen oder von Tageseltern betreuen lassen, stärker unterstützen. Profitieren sollen vor allem Eltern mit kleinen Einkommen.

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Im Vergleich zum Ausland sind Kinderbetreuungsplätze in der Schweiz sehr teuer. Der Ständerat ist daher einverstanden, solche Angebote mit Geld aus der Bundeskasse zu verbilligen. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Im Vergleich zum Ausland sind Kinderbetreuungsplätze in der Schweiz sehr teuer. Der Ständerat ist daher einverstanden, solche Angebote mit Geld aus der Bundeskasse zu verbilligen. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Wie der Stadtrat in seinem am Freitag veröffentlichen Bericht und Antrag an das Stadtparlament schreibt, sollen die Auszahlungen an berufstätige Eltern von heute jährlich 3 Millionen Franken auf 3,5 Millionen Franken erhöht werden. Begründet wird die Erhöhung damit, dass der durchschnittliche Tarif der Kindertagesstätten seit der definitiven Einführung 2011 von 100 Franken pro Kind und Tag auf 107 Franken gestiegen ist.

Gespürt haben diese Teuerung vor allem Eltern mit kleinen Einkommen. Diese müssten heute 36 Prozent mehr aus der eigenen Tasche an die Kindertagesstätten zahlen als vor sechs Jahren, schreibt der Stadtrat. Diese Entwicklung sei nicht ohne Auswirkungen geblieben. Der Anteil von Eltern mit tiefen Einkommen, die Betreuungsgutscheine bezögen, sei in den letzten sechs Jahren um acht Prozentpunkte gesunken.

Aus der Arbeitswelt verabschiedet

Der Stadtrat vermutet, dass sich die Eltern der unteren Einkommensklassen die Betreuung der Kinder selber organisieren oder zum Teil nicht mehr arbeiten würden. Die Selbstkosten für Eltern mit einem Einkommen bis 60'000 Franken sollen deswegen wieder auf das Niveau von 2011 gesenkt werden.

Mit Betreuungsgutscheinen könne ein Anreiz zum Arbeiten geschaffen werden und damit der Sozialhilfebezug minimiert oder ganz verhindert werden, schreibt der Stadtrat.

Für Eltern mit einem Einkommen von unter 32'000 Franken soll der Betreuungsgutschein pro Tag und Kind ab 18 Monaten von 80 Franken auf 85 Franken angehoben werden. Je höher das Einkommen, desto kleiner ist der Betreuungsgutschein und desto bescheidener die Erhöhung.

Für Einkommen von 60'001 Franken bis 64'000 Franken wird der Betreuungsgutschein von 32 Franken auf 33 Franken erhöht. Ab 84'001 Franken ist keine Erhöhung mehr vorgesehen, der Betreuungsgutschein beträgt 10 Franken oder weniger. Eltern mit einem Einkommen von über 100'000 Franken erhalten weiterhin keine Unterstützung.

Für Kinder unter 18 Monaten sowie für Tagesfamilien gelten andere Werte. In der Stadt Luzern gab es Ende 2016 33 Kindertagestätten mit 795 Plätzen. (sda)

Beispiele zur Erhöhung der Beiträge für Betreuungsgutscheine

1) Eine Familie mit zwei Kindern über 18 Monate, zwei Betreuungstagen pro Woche und einem steuerbaren Einkommen bis 32000 Franken pro Jahr hat aktuell Selbstkosten (Kita-Tarif minus Be-treuungsgutschein) von 404 Franken pro Kind pro Monat. Mit der Anpassung ab 2018 werden es noch 273 Franken pro Kind sein, d.h. gut 32 Prozent weniger.

2)Für eine Familie mit zwei Kindern über 18 Monate, zwei Betreuungstagen pro Woche, mit einem steuerbaren Einkommen zwischen 76'000 und 80'000 Franken pro Jahr sinken die Selbstkosten um knapp 1,5 Prozent auf 1391 Franken pro Monat und Kind. (red)