KINDERHEIM RATHAUSEN: Kinder wurden in Rathausen zu Tode gequält

Ein Tagebuch bringt Schreckliches ans Licht: Der Terror in Rathausen kostete offenbar zwei Kindern das Leben. Ein Schock für die Behörden und die heutigen Schwestern.

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Das Kinderheim Rathausen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. (Archivbild Hans Eichenberger/Staatsarchiv Luzern).

Das Kinderheim Rathausen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. (Archivbild Hans Eichenberger/Staatsarchiv Luzern).

Eine Ingenbohler Schwester schlägt den Kopf eines Mädchens so lange auf das Schulpult, bis es ihm schlecht wird. Danach wird es ohnmächtig – zwei Wochen später stirbt es. Was sich anhört wie Szenen aus einem Krimi, sind Erinnerungen, die eine ehemalige Rathausen-Bewohnerin in ihrem Tagebuch verewigte.

Die Luzernerin, die schon seit elf Jahren tot ist, ging mit ihrer Geschichte nie an die Öffentlichkeit – sie schrieb ihren Lebenslauf für die Kinder auf. Nun werden ihre Schilderungen publik und versetzen die heutige Kantonsregierung in einen Schockzustand. Dass in Rathausen Kinder nicht nur schikaniert und gequält wurden, sondern durch einzelne Schwestern gar zu Tode kamen, war bisher nämlich niemandem bekannt. «Ich bin absolut schockiert», sagt Regierungsrat Guido Graf, als er die Zeilen der Frau liest. Der Vorsteher des Sozialdepartementes des Kantons Luzern will nun die Aufarbeitung der Geschichte vorantreiben. Auch bei den Ingenbohler Schwestern ist man betroffen – und bittet für die Verfehlungen ihrer Vorgängerinnen um Vergebung.

Pascal Imbach

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Sonntag in der Zentralschweiz am Sonntag.