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Emmer Schüler erhalten ihr Mittagessen künftig aus Zürich

Der Caterer Menu and More AG aus Zürich hat den Zuschlag für die Belieferung der Mittagstische in Emmen erhalten. Lokale Anbieter haben sich keine beworben – eine neue Chance bietet sich in zwei Jahren.
Larissa Haas
Emmer Schülerinnen und Schüler, die den Mittagstisch besuchen, erhalten ihre Verpflegung künftig aus Zürich. (Symbolbild: Keystone/Gaetan Bally)

Emmer Schülerinnen und Schüler, die den Mittagstisch besuchen, erhalten ihre Verpflegung künftig aus Zürich. (Symbolbild: Keystone/Gaetan Bally)

Schul- und familienergänzenden Tagesstrukturen stossen in vielen Luzerner Gemeinden auf hohe Resonanz. In Emmen etwa können mit der Erweiterung der Schulanlage Erlen gleich an sieben Standorten Schülerinnen und Schüler nach dem Unterricht betreut und während der Mittagspause verpflegt werden.

Bisher hat sich das Betagtenzentrum Emmen um die hungrigen Bäuche gekümmert und das Mittagessen in die verschiedenen Standorte der Tagesstrukturen geliefert. Jetzt stellt sich Menu and More AG, ein Grossverteiler aus Zürich, dieser Aufgabe.

Grossverteiler bedient auch Root und Zug

Dass ausgerechnet ein Caterer aus Zürich den Zuschlag für die Lieferung von Mittagessen in Emmen bekommt, dürfte einigen schwer auf dem Magen liegen. Laut Bildungs- und Kulturdirektorin Susanne Truttmann (SP) hat aber der Boom des Mittagstisches neue Lösungen verlangt: «Mit jährlich 16'000 Mittagessen haben wir mittlerweile ein Volumen erreicht, das für unseren bisherigen Partner nicht mehr tragbar ist.»

Mit diesem Problem steht die Volksschule Emmen allerdings nicht alleine da: Nach Root ist Emmen die zweite Luzerner Gemeinde, die ihr Essen von Menu and More bezieht. Von Zürich über Bern und Zug ­– insgesamt 460 Mittagstische schenken ihr Vertrauen dem Grossverteiler aus Zürich. Mit der Belieferung der Emmer Tagesstrukturen hat dieser nun seinen Radius um weitere 32 Kilometer vergrössert.

Kinder- und Jugendverpflegung: Eine Marktlücke im Kanton?

Emmen hätte sich durchaus gewünscht, einen lokalen Anbieter für die Verpflegung der Mittagstische zu finden. Doch das finanzielle Volumen des Auftrags – rund 120'000 Franken – verlangte eine offene Ausschreibung. Zehn Anbieter hätten sich für die Nachfolge des Betagtenzentrums interessiert, beworben hat sich schliesslich nur einer: Menu and More.

Die Zusammenarbeit mit dem Zürcher Caterer sei allerdings keine Notlösung – im Gegenteil: Der Grossverteiler habe die Zuschlagskriterien «vollumfänglich» erfüllt, sagt Truttmann. Dennoch zeigt sich die Gemeinderätin erstaunt, dass nicht mehr Unternehmen auf die Ausschreibung reagiert hätten: «Es scheint, dass die Lieferung kindergerechter Menus im grösseren Volumen eine Marktlücke ist im Kanton.»

Der auf Kinder- und Jugendverpflegung spezialisierte Grossverteiler Menu and More ist marktführend in seinem Segment und konnte sowohl betriebswirtschaftlich als auch ernährungsfachlich überzeugen: Mit rund 7.50 Franken pro Menu sind die Preise erschwinglich. Zudem seien die Speisen ausgewogen, saisonal und nachhaltig, so Truttmann.

Cook and Chill, Kochen und Kühlen, heisst da die Zauberformel: Die Speisen werden in Zürich zubereitet, auf vier Grad heruntergekühlt und von einem Chauffeur in die Kühlschränke der Tagesstrukturen geliefert. Dort werden die Menus kurz vor der Mittagszeit in Steamer, Backöfen oder im Wasserbad aufgewärmt. «Vitamine, Nährstoffe und sensorische Eigenschaften wie Geschmack, Geruch, Farbe und Konsistenz bleiben damit erhalten», erklärt Judith Krepper, Kommunikationsleiterin von Menu and More AG.

Beteiligte rechtfertigen den Anfahrtsweg

Diesen Vorteilen zum Trotz – ein Haar in der Suppe bleibt: Der lange Transportweg. Krepper weiss aber die Distanz Zürich­-Emmen-retour zu relativieren: «Die Mittagstische in Emmen werden in den bestehenden Tourenplan von Zug, Cham und Root integriert. Die Mehrkilometer sind deshalb minim.»

Ähnlich argumentiert auch Truttmann, die das Mitbieten für lokale Alternativen für die Zukunft nicht ausschliessen will. «Der Vertrag mit Menu and More dauert über zwei Schuljahre. Wenn jemand aus der Umgebung bei der nächsten Ausschreibung das bieten kann, was Menu and More jetzt bietet, wird diese Option sicherlich in Betracht gezogen.»

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