Kommentar

Das Kinderspital Luzern ist eine öffentliche Aufgabe

Eine Stiftung will die Forschung am Luzerner Kantonsspital im Bereich Kindermedizin fördern. Das ist löblich. Denn die politischen Rahmenbedingungen führen dazu, dass private Spenden an Kinderspitäler notwendig sind.

Roseline Troxler
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Roseline Troxler

Roseline Troxler

Der Spatenstich für das Kinderspital Luzern Mitte September war ein wichtiges Zeichen für die Kinder­medizin in der Zentralschweiz. Damit ging eine Geduldsprobe zu Ende, müsste der Neubau laut früheren Plänen doch längst stehen. Ein wichtiges Zeichen für die Kindermedizin ist auch die eben erfolgte Gründung der Stiftung Zukunft Kinderspital Zentralschweiz. Sie will hier Forschung und Fortschritt unterstützen.

Spendengelder haben nicht nur beim Kinderspital Luzern eine lange Tradition. Es ist ein Fakt, dass Kinderspitäler in der Schweiz bei den heutigen Tarifstrukturen generell nicht kostendeckend sind. In vielen Bereichen gelten für Kinder und Erwachsene dieselben Tarife, obwohl Behandlungen bei Kindern aufwendiger sind. Die Politik muss hier Korrekturen vornehmen. Der Ständerat hat dem Bundesrat letztes Jahr den Auftrag erteilt, die Tarife zu überprüfen.

Das Luzerner Kantonsspital hat Investitionen aus Kostengründen auf die lange Bank geschoben. Dass Stiftungen einspringen, ist löblich. Dringend nötige Massnahmen konnten in den letzten Jahren am Kinderspital nur so finanziert werden. Sich in den kommenden Jahren ganz auf Stiftungen und Mäzene zu verlassen, schafft aber Abhängigkeiten. Spenden sind bei der Forschung zwar eine wichtige Ergänzung. Gerade bei der Infrastruktur und deren Unterhalt muss die Politik aber dafür sorgen, dass sich die Spitäler nicht auf private Geldgeber verlassen müssen.