Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KINDERTAGESSTÄTTEN: Kitas: Warum die Tarife in Luzern weiter steigen könnten

Der Luzerner Stadtrat will auf die steigenden Kitakosten mit einer Erhöhung der Betreuungsgutscheine reagieren. Das könnte allerdings manche Eltern teuer zu stehen kommen.
Chiara Stäheli
Die Betreuung eines Kindes kostet heute in Luzern durchschnittlich 107 Franken pro Tag. (Bild: Jens Wolf/Keystone)

Die Betreuung eines Kindes kostet heute in Luzern durchschnittlich 107 Franken pro Tag. (Bild: Jens Wolf/Keystone)

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch

Der Luzerner Stadtrat will den Betrag für Betreuungsgutscheine von 3 auf 3,5 Millionen Franken pro Jahr erhöhen. Den entsprechenden Antrag an das Stadtparlament hat er im August gestellt. Ab 2018 soll den bezugsberechtigten Familien mit eher geringem Einkommen somit mehr Geld zur Verfügung stehen, um ihre Kinder in die Kindertagesstätten zu geben (siehe Box). Diese Anpassung ist laut Sozialdirektor Martin Merki dringend nötig, da die Kita-Tarife in den letzten sechs Jahren durchschnittlich von 100 auf 107 Franken pro Tag und Kind gestiegen sind, der Betrag der Betreuungsgutscheine aber gleich blieb.

Das stadträtliche Vorhaben wird von Luzerner Kitas positiv gewertet. Unklar ist allerdings, wie sie darauf reagieren werden. Möglicherweise sehen sie die Erhöhung der städtischen Subventionen als günstige Gelegenheit, ihre Tarife weiter zu erhöhen. Entsprechende Absichtserklärungen seitens mehrerer Betreuungsstätten wurden gegenüber unserer Zeitung auf alle Fälle geäussert. So würde der zusätzliche Beitrag der Stadt also weniger den Eltern dienen, sondern eher die finanzielle Lage der Kitas verbessern. Denn laut Aussagen mehrerer Kita-Leiterinnen ist es gerade mit Blick auf die steigenden Qualitätsanforderungen nach wie vor schwierig, eine Kita rentabel zu führen (siehe Zweittext).

Im Sinne der Eltern wäre das wohl aber kaum – ganz besonders nicht der betuchteren. Denn jene Eltern ohne Anspruch auf Betreuungsgutscheine müssten bei diesem Szenario noch tiefer in die Tasche greifen als heute.

Einkommensschwache Familien unterstützen

Besteht nun also die Gefahr, dass das Geld der Stadt zweckentfremdet wird? Martin Merki, Sozialdirektor der Stadt Luzern, nimmt Stellung dazu: «In erster Linie sind höhere Betreuungsgutscheine eine Unterstützung für einkommensschwache Familien.» Indirekt davon profitieren könnten jedoch auch die Kitas. «Denn wir rechnen damit, dass die Nachfrage nach Betreuungsplätzen dadurch wieder steigt.» Damit spielt Merki auf ein spezifisches Luzerner Kita-Problem an: Derzeit gibt es in der Stadt nämlich ein Überangebot an Betreuungsplätzen. Doch auch unter den momentanen Bedingungen sei eine kostendeckende Führung möglich, sagt Merki, wobei die Rentabilität einer Kita von verschiedenen Faktoren – Standort, Geschäftsmodell, Organisation – abhängig sei.

Zu den steigenden Qualitätsanforderungen, die die Kita-Leiterinnen als Grund für höhere Tarife angeben, meint Merki: «Als Aufsichts- und Bewilligungsbehörde ist die Stadt verpflichtet, die Institutionen auf ihre Eignung zur Führung einer Betreuungseinrichtung zu prüfen. Die Stadt formuliert minimale Qualitätsrichtlinien, die Empfehlungen von Fachinstitutionen berücksichtigen.» Je nach dem würden die städtischen Richtlinien an regionale Gegebenheiten angepasst, so etwa bei den Löhnen des Personals, erklärt Merki. Zurzeit würden die Richtlinien überarbeitet und demnächst dem Stadtrat unterbreitet.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.