KINDERUMZUG BUCHRAIN: (B)ängeli und Häxli eröffnen Fasnacht

Früh übt sich, wer ein rechter Fasnächtler werden will: Buchrains Primarschüler und Kindergärtler eröffneten die Buerer Fasnacht.

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(Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

(Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

Die Monster-Guugger aus Buchrain führten am Samstag den rund 40 Nummern starken Umzug an. Ihr Sujet war grenzübergreifend und thematisierte die geplante Schliessung der Stadtuzerner Wirtshäuser zur Schmiede und Fischerstube. Symbolisch trugen sie die «Lozärner Sponte» in einem selbst gebastelten Sarg zu Grabe.

Blumen, Häxli und Zwerge
Lebenslustiger ging der Umzug weiter. Die Primarschüler und Kindergärtler von Buchrain hatten in vielen Stunden ihre Kostüme gebastelt und zogen verkleidet als Blumen, Häxli oder Zwerge von der Leisibachstrasse zum Dorfschulhaus. Freche (B)ängeli bewarfen die Zuschauer mit ihrem Engelsstaub – einer ordentlichen Portion Konfetti. Die kleinen und grossen Vogelscheuchen waren dem Publikum gegenüber milder gestimmt und verteilten grosszügig Süssigkeiten.

Sämi Schwerzmann (8) kam mit seinem Mami Sonja aus Steinhausen nach Buchrain ans bunte Treiben. In Lederjacke und mit Struwwelpeter-Perücke erinnerte er an Bill Kaulitz, den Frontsänger der deutschen Teeniegruppe Tokio Hotel. «Ich fand den Säuliwagen super», so der 8-Jährige. Damit meinte er den mit Schweinchen verzierten Wagen des STV Bueri, der mit seinem «Pandemie-Zirkus» die Hysterie rund um die Schweinegrippe auf die Schippe nahm.

Ein tierischer Fasnachtsumzug
Wie jedes Jahr erfreuten sich auch Tiersujets grosser Beliebtheit. Die Abc-Schützen von Romi Steiner, Doris Gerber und Claudia Brügger vollführten Kunststücke auf selbst gebastelten Pferden. Die Klasse 4c verkleidete sich gar als vielfüssiger Bücherwurm, und die Drittklässler von Lehrerin Sibylle Birrer durften als Zebras, Füchse und Giraffen für einmal dem Schulzoo entfliehen.

Nicht ganz jugendfrei präsentierte sich das Motto der Bueri Chessler. In Schlaghosen und Batikshirts propagierten sie die freie Liebe, beschränkten sich aber glücklicherweise auf herzliche Umarmungen der Zuschauer.

Guuggernachwuchs ist gesichert
Dazwischen sorgten Guuggenmusigen aus der näheren Umgebung für Stimmung. «Ich spiele auch in einer Guuggenmusig, sie heisst Rasselbandi», sagte Nico Müller. «Am Umzug haben mir die Schlitzäugler aus Dierikon am besten gefallen», so der 10-jährige, der mit Schwester Jasmin (8), Papa Edi und dessen Partnerin Caroline Fischer nach Buchrain gekommen war. Nach dem Umzug holten sich die Kinder ihr wohlverdientes Zvieri auf dem Schulplatz ab, wo am Abend acht regionale Guuggenmusigen die Zuschauer mit ihrem Geschränze auf eine rüüdige Fasnacht 2010 einstimmten.

Jasmin Joller