KINO-SZENE: Emil Steinberger trauert um sein Kino

Müssen nach dem Atelier weitere Kinos schliessen? Die Betreiber sagen Nein. Aber dafür braucht es einige Erneuerungen.

Merken
Drucken
Teilen
Emil Steinberger. (Archivbild Fabian Biasio/Neue LZ)

Emil Steinberger. (Archivbild Fabian Biasio/Neue LZ)

Kabarettist und Autor Emil Steinberger, der das Kino Atelier 1971 gegründet hat, ist ob der bevorstehenden Schliessung betrübt. «Es ist eine traurige Sache und schmerzt mich», sagt er. Damals habe er sehr viel Herzblut in das Atelier gesteckt. «Ich musste sogar vors Bundesgericht, um eine Baubewilligung zu erhalten.» Aber in zwei Wochen ist Schluss. Die heutige Zürcher Betreiberin Neugass Kino AG hat in den letzten drei Jahren nur Verluste eingefahren (Ausgabe von gestern). Ihr gehört auch das Kino Bourbaki mit seinen vier Sälen. Dieses werde laut Geschäftsführer Frank Braun «auf jeden Fall weiterbetrieben» ohne Programmänderungen.

Stadt ist nicht beunruhigt
Das Atelier erleidet das gleiche Schicksal, wie viele Kinos davor. Ist dadurch die Kinovielfalt in Luzern gefährdet? «Nein», sagt Rosie Bitterli Mucha, Chefin Kultur und Sport der Stadt. Sie sei überhaupt nicht beunruhigt. «Das Atelier schliesst zwar, aber erst vor kurzer Zeit sind zwei weitere Kinosäle im Bourbaki eröffnet worden.» Übers Ganze gleiche es sich aus.
Emil Steinberger hingegen sieht der Entwicklung in der Kinobranche skeptisch entgegen. «Die Menschen haben kaum noch eine persönliche Beziehung zu den Kinos, und Filme werden jeweils für zu kurze Zeit gezeigt, oder sie laufen gleichzeitig in drei Kinos.» Dem Beispiel des Ateliers könnten noch weitere folgen, glaubt Steinberger. «Ich habe Angst, dass das Moderne, das ich bis 1980 leitete, als nächstes schliessen wird.» Dieses mache von aussen bereits nicht mehr einen sehr gepflegten Eindruck.

Gehobenes Kino
Auch Philippe Täschler bezeichnet die Fassade des Moderne als «wenig einladend». Täschler ist Direktor der Zürcher Kinotheater AG (Kitag), die seit letztem Januar unter anderem die Kinos Moderne, Limelight und Capitol in Luzern betreibt. Von Schliessungen will er nichts wissen: «Wir wollen das Moderne und auch das Limelight in ihrer Form als Einsaal-Kinos weiterführen.» Das Moderne soll, wie die restlichen Kitag-Kinos, gründlich renoviert werden inklusive neuer Aussenfassade. Es soll ein Cinema der gehobenen Klasse werden.

Stefan Roschi

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Luzerner Zeitung.