Kirchen unterstützen Hospiz in Littau - und stellen damit Seelsorge sicher

Die Landeskirchen der Zentralschweizer Kantone zahlen 100'000 Franken pro Jahr ans Hospiz in Luzern.

Alexander von Däniken
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Das Hospiz Zentralschweiz in Luzern-Littau. (Bild: Dominik Wunderli, 28. September 2018)

Das Hospiz Zentralschweiz in Luzern-Littau. (Bild: Dominik Wunderli, 28. September 2018)

Schon am 6. Januar nimmt das Hospiz Zentralschweiz im Luzerner Stadtteil Littau seine ersten Patienten auf. Es kann dabei auf die finanzielle Unterstützung der Luzerner Kirchen zählen: Die Römisch-katholische Landeskirche hat an ihrer Synode vom 6. November einen Beitrag von jeweils 50'000 Franken für die nächsten drei Jahre gesprochen. Die Reformierte Landeskirche beschloss an ihrer Synode vom Mittwoch einen jährlichen Beitrag von rund 9000 Franken für die ersten drei Jahre (siehe Box).

Die Beiträge sind Teil einer Leistungsvereinbarung zwischen der Stiftung Hospiz Zentralschweiz und den Landeskirchen. Zu diesen zählen auch die Christkatholische Kirchgemeinde Luzern sowie die Katholischen und Reformierten Landeskirchen der Kantone Nid- und Obwalden, Zug sowie Uri. Die Kirchen unterstützen damit bis 2022 mit insgesamt rund 100'000 Franken pro Jahr die Seelsorge des Hospizes Zentralschweiz. Dazu kommt ein einmaliger Startbeitrag in der Höhe von 22'000 Franken.

Seelsorgerin im Teilzeitpensum

Mit dem Geld stellt das Hospiz eine Theologin in einem 60-Prozent-Pensum ein und finanziert die Seelsorge mit. Denn das Hospiz hat in den Zentralschweizer Kantonen Pflegeheimstatus; die Seelsorge und die aufwendige und unbefristete Betreuung bis zum Lebensende (spezialisierte Palliative Care) werden damit nicht abgegolten.

Hans Peter Stutz, Geschäftsleiter des Hospizes sagt: «Die Unterstützung der Kirchen ist grossartig.» Es sei auch ein Zeichen, dass die Kirchen die Hospizarbeit als Teil ihrer DNA erkennen – nämlich die seelsorgerische Unterstützung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase. «Dabei spielt es keine Rolle, ob die Betroffenen religiös sind oder nicht. Wichtig ist, dass jemand da ist, der zuhören kann und die richtigen Worte findet.» Laut Stutz wird die Seelsorgerin, deren Namen bald bekannt gegeben wird, schweizweit eine Pionierrolle einnehmen: «Eine festangestellte Seelsorgerin in einem Hospiz gibt es meines Wissens noch nicht.»

Das Hospiz kann nicht nur auf kirchliche Unterstützung zählen. Zahlreiche Prominente konnten als Botschafter gewonnen werden; unter anderem Schriftstellerin Federica de Cesco, Künstler Wetz, Model Bianca Sissing und der Obwaldner alt Regierungsrat Hans Wallimann. Laut Hans Peter Stutz geht es bei den Botschaftern primär um einen «Werbeeffekt», den die Persönlichkeiten in ihren Kreisen erzielen. «Manche leisten aber auch einen finanziellen Beitrag.» Das Hospiz Zentralschweiz bietet zwölf stationäre Plätze, acht Tagesplätze und eine palliative Beratungspraxis.

Luzerner Kirchenparlamente beschlossen Budgets

(avd) Die Luzerner Landeskirchen haben an ihren Synoden nicht nur den Beitrag ans Hospiz Zentralschweiz beschlossen. Die römisch-katholische Landeskirche behandelte unter anderem auch das Budget für das nächste Jahr. Dieses sieht bei Ausgaben von 9,84 Millionen Franken einen Ertragsüberschuss von knapp 80'000 Franken vor. Ausserdem führt ab nächstem Jahr Martin Barmettler (Willisau) das Kirchenparlament. Er folgt auf Ursula Hüsler-Lichtsteiner (Kriens). Neuer Vizepräsident ist Benjamin Wigger (Marbach). Das Präsidium des Synodalrats (Exekutive) übernimmt Renata Asal Steger (Luzern). Die jetzige Präsidentin Annegreth Bienz-Geissler (Entlebuch) übernimmt das Vizepräsidium.

Auch das Parlament der reformierten Kirche behandelte das Budget. Dieses sieht bei Ausgaben von knapp 2,2 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von knapp 80 000 Franken vor. Beschlossen wurde auch der Beitritt im Verein Care Teams Notfallseelsorge Schweiz.

STERBEN: Neues Hospiz in Littau ist auf Kurs

Die Stiftung Hospiz Zentralschweiz hat das Baugesuch für ein «Kompetenzzentrum für Palliative Care» eingereicht. Hier sollen ab Ende 2019 Schwerkranke ihren letzten Lebensabschnitt verbringen.
Sandra Monika Ziegler