Kommentar

Kirchenfusion ist logischer Schritt

Dass die Pfarreien von Luzern, Littau und Reussbühl enger zusammen arbeiten sollen, ist sinnvoll. Aber es ist nur der erste Schritt.

Robert Knobel
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Robert Knobel.

Robert Knobel.

Die Schweizer Kirchen sind normalerweise so organisiert, dass die Kirchgemeinde dem Gebiet der jeweiligen politischen Gemeinde entspricht. In der Stadt Luzern ist dies anders: Hier gibt es drei katholische Kirchgemeinden – Littau, Reussbühl und «Stadt». Auch die Reformierten leisten sich den Luxus von zwei Teilkirchgemeinden innerhalb der Stadtgrenzen.

Bei den Stadtluzerner Katholiken kommt es jetzt zur Annäherung. Das Bistum Basel hat verfügt, dass sich Luzern, Littau und Reussbühl bis 2022 zu einem Pastoralraum zusammenschliessen müssen. Dabei geht es in erster Linie um die Zusammenarbeit der einzelnen Pfarreien. Doch der künftige «Pastoralraum Stadt Luzern» mit seinen rund 45000 Katholiken könnte bereits dem nächsten Kooperationsschritt den Weg weisen: einer Fusion der drei Kirchgemeinden. Während die «alte» und die «neue» Stadt Luzern 10 Jahre nach der politischen Fusion immer mehr zusammenwachsen, wäre eine einheitliche Kirchgemeinde nur logisch.

Der Weg wird aber anspruchsvoll. Genauso wie Littau und Luzern politisch heute noch anders ticken, so treffen auch bei den Kirchgemeinden unterschiedliche Ausrichtungen von traditionell bis liberal aufeinander. Die politische Fusion hat gezeigt, dass die Annäherung bei der Bevölkerung viel Zeit braucht. Doch eine Alternative gibt es kaum – erst recht, wenn man bedenkt, dass die Kirchgemeinden wegen Austritten seit Jahren am Schrumpfen sind.