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KIRCHENRÄTE: Kampfwahlen in vier Gemeinden

Die Kirchgemeinden wählen ihre neuen Kirchenräte. In vier Gemeinden kommt es zu keiner stillen Wahl. In Sursee zum ersten Mal seit über zwanzig Jahren.
Roseline Troxler
In Sursee und drei weiteren Kirchgemeinden kommt es zu Kampfwahlen um die Kirchenratssitze. Im Bild die Surseer Pfarrkirche St. Georg. (Archivbild Corinne Glanzmann)

In Sursee und drei weiteren Kirchgemeinden kommt es zu Kampfwahlen um die Kirchenratssitze. Im Bild die Surseer Pfarrkirche St. Georg. (Archivbild Corinne Glanzmann)

Alle vier Jahre werden die Kirchgemeinderäte neu gewählt. Meist erfolgen die Wahlen still, weil sich nicht mehr Kandidaten zur Wahl stellen, als es Sitze gibt. Nicht so aber in diesem Jahr in den Kirchgemeinden Sursee, Ballwil, Buchrain und Egolzwil-Wauwil. Dort kommt es am 13. April zu Kampfwahlen. Die 85 Luzerner Kirchgemeinden zählen zusammen 465 Kirchenräte, wie es im Informationsmagazin der katholischen Kirche im Kanton Luzern heisst. Fast ein Drittel von ihnen geben ihr Amt auf Ende Mai ab.

«Anspruchsvoll und interessant»

In der Kirchgemeinde Sursee kommt es dieses Jahr erstmals seit mehr als zwanzig Jahren wieder zu Urnenwahlen. Für die sechs Kirchenratssitze haben sich drei Frauen und vier Männer gemeldet – es kandidieren drei bisherige Kirchenräte und vier neue. Für das Amt des Kirchenratspräsidenten und der Kirchmeierin steht je ein Kandidat beziehungsweise eine Kandidatin zur Verfügung. Für die restlichen vier Mandate gibt es fünf Kandidaten. Zu den Gründen sagt der zurücktretende Kirchenratspräsident Willi Nick: «Die Surseer sind interessiert an der Kirchgemeinde. Das Amt als Kirchenrat ist anspruchsvoll, aber auch interessant.»

Laut Nick gab es in Sursee auch in den vergangenen Jahren keine Probleme, genügend Leute für den Kirchenrat zu finden. «Die Herausforderung aber besteht immer darin, fähige Leute für das Amt zu gewinnen.» Das Amt setzt ein aktives und passives Wahlrecht in der Kirchgemeinde voraus. In den Kirchgemeinden sind auch Katholiken ohne Schweizer Bürgerrecht stimmberechtigt. «Je nach Ressort braucht es auch Fachwissen, etwa beim Amt des Kirchmeiers, wo Finanzkenntnisse vorausgesetzt werden», wie Nick erklärt.

Parteien spielen eine wichtige Rolle

In der Gemeinde Ballwil steht dieses Jahr bereits zum zweiten Mal in Folge eine Urnenwahl an. Neu zu besetzen sind zwei Vakanzen. Für fünf Sitze im Kirchenrat sind sechs Kandidaten vorgeschlagen. Für das Amt als Kirchenmeierin kandidieren zwei Personen.

Weshalb ist das Amt des Kirchenrats bei den Ballwilern so beliebt? Kirchenratspräsident Thomas Odermatt: «Die Urnenwahl zeugt von einem aktiven und engagierten Dorfleben. Im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden engagieren sich in Ballwil die Ortsparteien nach wie vor für die Besetzung der Kirchenratssitze.» Es gehe um die Besetzung eines Gremiums, welches auch über den Einsatz von Steuergeldern zu entscheiden habe. «Anscheinend motiviert dieser Umstand die Parteien, für das Gremium gute Leute zur Verfügung zu stellen.» Bei drei grossen Parteien im Dorf könne dieser Umstand schnell zu überzähligen Kandidaten führen.

Die Frage, wie stark die Politik in der Kirchverwaltung mitbestimmen soll, hält Odermatt für berechtigt. Jedoch werde dadurch die Suche nach neuen Personen breit abgestützt. Bisher gab es dadurch in Ballwil nie längere Vakanzen oder eine langwierige Kandidatensuche. «Es ist aber auch in Ballwil schwierig, Personen zu finden, die sich für Gremien zur Verfügung stellen», erklärt Odermatt.

Bisherige nicht mehr nominiert

In Buchrain kandidieren sieben Personen für die sechs Sitze im Kirchenrat. Die letzte Urnenwahl liegt genau zwanzig Jahre zurück. Kirchenratspräsident Peter Kaufmann sagt zu den Gründen für die Kampfwahl: «Es ist ein demokratischer Entscheid einer Stimmbürgerin, für den Kirchenrat zu kandidieren.» Die Kandidatin, seit 20 Jahren im Kirchenrat, sei von ihrer Partei aus verschiedenen Gründen nicht mehr nominiert worden. «Sie hat in den vergangenen 20 Jahren gute Arbeit geleistet. Die Anforderungen haben sich in dieser Zeit aber auch stark verändert. Dementsprechend ist es wichtig, dass auch neue Personen mit entsprechenden Fähigkeiten in den Kirchenrat gewählt werden können», erklärt Kaufmann weiter. In Buchrain hat es laut dem Kirchenratspräsidenten in den vergangenen Jahren stets gut funktioniert, fähige Personen für den Kirchenrat zu finden. «Die Kirchgemeinde arbeitet hier eng mit den Ortsparteien zusammen. Wir teilen diesen mit, welche Leute mit welchen Fähigkeiten wir suchen.»

Interesse wegen geplanter Antenne

Für die sechs Sitze des Kirchenrats der Kirchgemeinde Egolzwil-Wauwil treten sieben Kandidaten an. Das gab es schon länger nicht mehr. «Der Kirchenrat hat bis ins Jahr 1998 zurück recherchiert. Bis dahin fanden immer stille Wahlen statt», erklärt Gabriela Tschopp-Jöri, Vizepräsidentin der Kirchgemeinde Egolzwil-Wauwil.

Zwei der sieben Kandidaten sind Mitglieder der Interessengemeinschaft gegen den Bau einer Swisscom-Antenne im Kirchturm. Gabriela Tschopp-Jöri: «Wir denken, dass die IG sich so erhofft, den Kirchenrat zu unterstützen, um noch eine gütliche Einigung betreffend Standort der Swisscom-Antenne zu finden.»

In den letzten Jahren haben die politischen Parteien der beiden Gemeinden die Kandidaten für die Kirchenratswahlen gesucht und aufgestellt. «Nach unserer Erfahrung gestaltete sich die Suche nicht immer einfach, aber letztlich fand man immer fähige Leute aus beiden Gemeinden», sagt Gabriela Tschopp-Jöri.

Sie stellen sich zur Wahl

Dies sind die Kandidaten für die Kirchenräte der vier katholischen Kirchgemeinden Sursee, Ballwil, Buchrain und Egolzwil-Wauwil:

Kirchgemeinde Sursee:Bossart Jeannine (als Kirchmeierin, neu), Käppeli Regina (neu), Kaufmann Anton (als Präsident, neu), Lischer-Stöckli Renate (bisher), Mehr Adrian (bisher), Muri Peter (bisher), Piani Carlo (neu).

Kirchgemeinde Ballwil: Achermann-Häberli Pia (als Kirchmeierin, neu), Bühlmann-Rebsamen Brigitte (als Kirchmeierin, neu), Brun-Glanzmann Walter (bisher), Kiener-Knüsel Andreas (bisher), Kurmann-Feer Claudia (neu), Odermatt-Furrer Thomas (als Präsident, bisher).

Kirchgemeinde Buchrain: Graf Walter (als Kirchmeier, bisher), Kaufmann Peter (als Präsident, bisher), Lang Werner (neu), Niffeler-Gassmann Susanna (bisher), Portmann Evelyne (neu), Thalmann Hanspeter (bisher), Ursprung Thomas (bisher).

Kirchgemeinde Egolzwil-Wauwil:Fischer Markus (neu), Gasser Daniel (als Präsident, neu), Huber-Mathis Anita (als Aktuarin, bisher), Hunkeler Josef (neu), Knüsel Emil (neu), Odermatt Hans-Ulrich (neu), Schöpfer-Cortesi Hans (als Präsident, bisher).

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