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Luzerner Pilotprojet: Kita auch für behinderte Kinder

Mit dem Modell Kitaplus werden normal begabte und beeinträchtigte Kinder im Vorschulalter gemeinsam betreut. Ein Erfolg, wie das Luzerner Pilotprojekt zeigt. Nun soll das Angebot weiter verbreitet werden.
Sandra Monika Ziegler
Kinder erhalten mit Kitaplus eine besondere Betreuung. (Bild: PD)

Kinder erhalten mit Kitaplus eine besondere Betreuung. (Bild: PD)

Die Kitaplus hat das Ziel, Kinder mit besonderen Bedürfnissen und Kinder, die normal begabt sind, im Vorschulalter gemeinsam zu betreuen. Gestartet ist das Luzerner Pilotprojekt im Jahr 2012. Damals wurden 13 Kinder mit besonderen Bedürfnissen in 8 städtischen Kindertagesstätten betreut und gefördert. Das Angebot richtet sich an Kinder mit geistiger, körperlicher oder Lernbehinderung, mit Sprach-, Wahrnehmungs- oder Verhaltensauffälligkeiten sowie mit Schwierigkeiten im sozialen oder emotionalen Bereich.

Nach rund sechs Jahren haben die Verantwortlichen von Kitaplus Bilanz gezogen – und eine neue Studie der Hochschule Luzern präsentiert. Diese hat untersucht, wie sich das Angebot auf die Fachpersonen der Kitas auswirkt. Fazit: Kitaplus werte die Arbeit auf, sei entlastend und verschaffe Fachwissen und Sicherheit. Die Kinder gehen offener aufeinander zu und erhöhen ihre Sozialkompetenz.

Erfahrung mit Kitaplus hat die Kita Chinderhus Wanja in Ebikon. Irene Zingg, Co-Leiterin: «Durch die Zusammenarbeit bleiben wir auf dem neusten Stand der heilpädagogisch möglichen Ansätze. Es ist eine Bereicherung sowohl für das beeinträchtigte Kind, die anderen Kinder und das ganze Team.»

Chancengleichheit und Entlastung

Kitaplus geht auf die Initiative der Stiftung Kind und Familie Kifa Schweiz zurück. Geschäftsführer Christian Vonarburg erklärt, wie das Projekt funktioniert: «Früherzieherinnen gehen zu den Kitas, in denen auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen sind. Diese Fachpersonen coachen dann die Betreuerinnen.»

Mit diesem Coaching gewinnen die Betreuerinnen Fachwissen und können so die besondere Betreuung ausführen. Dabei geht es um Kinder, die in ihrer Entwicklung beeinträchtigt sind. Die frühe Förderung soll zur besseren Integration beitragen und den Kindergarten- und den Schuleintritt vereinfachen, so Vonarburg.

Damit ein Kind die besondere Betreuung bekommt, muss es vom Heilpädagogischen Früherziehungsdienst abgeklärt werden. Danach sind die Eltern frei, sich eine Kita auszusuchen. Mit dem Kitaplus-System kommt die Früherzieherin in die Kita, ergänzt also das bestehende Angebot.

Das Integrationsprojekt setzt damit die seit 2005 gesetzlich vorgeschriebene Gleichstellung von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung um und entlastet deren Eltern. Bisher gibt es solche integrativen Angebote in der Grundschule, doch in der Vorschule nur vereinzelt. Aktuell können 28 Kinder in 20 Kitas von diesem Angebot profitieren.

Luzern ist Vorbild für andere Gemeinden

Luzern war die erste Stadt, die mit diesem Integrationsprogramm als Pilotprojekt im Jahr 2012 gestartet ist. Heute ist es ein fester Bestandteil der familienergänzenden Kinderbetreuung. Dazu hat die Stadt das Budget der Betreuungsgutscheine erhöht und finanziert bei Bedarf die zusätzlichen Kosten. Die hochgerechneten Betriebskosten für die Stadt Luzern bei 25 Kindern werden mit 43 200 Franken angegeben.

Auch für den Kanton Luzern sei das Projekt ein Gewinn, wie Charles Vincent, Leiter Dienststelle Volksschulbildung, betont: «Mit dieser Integration wird eines unserer strategischen Ziele, alle gleich zu fördern, erreicht und so eine Chancengleichheit geschaffen.» Luzern sei mit seinem Engagement ein Vorbild. Weitere Kantone folgen: So ist zum Beispiel Nidwalden 2017 mit einer vierjährigen Pilotphase gestartet. Kontakte bestehen auch mit den Kantonen Schaffhausen, Thurgau, Glarus, Zürich, Aargau und Baselland. Und St. Gallen hat bereits grünes Licht für den Start im nächsten Jahr gegeben.

www.kindertagestaette-plus.ch

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