KKL: «Andermatt ist eine Schwäche von mir»

Samih Sawiris war zu Gast in der Gesprächsreihe KKL Impuls. Er kritisierte dabei das Schweizer Bedürfnis nach dem totalen Konsens.

Beatrice Vogel
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Samih Sawiris (links) im Gespräch mit Moderator Marco Meier. (Bild: PD)

Samih Sawiris (links) im Gespräch mit Moderator Marco Meier. (Bild: PD)

Samih Sawiris interessiert. Viele Andermatter mögen ihn, weil er Leben und Geld ins Dorf bringt. Politiker interessieren sich für ihn, weil sein Projekt kontroverse Diskussionen auslöst. Die Medien lieben ihn, weil er meist druckreife Statements formuliert. So erstaunt auch der grosse Andrang bei der Impuls-Veranstaltung letzten Donnerstagabend im KKL nicht. Das Auditorium war bereits im Voraus ausverkauft, zusätzlich wurden 50 Plätze im Foyer angeboten, wo das Gespräch via Grossleinwand übertragen wurde.

«Bin nicht risikofreudig»

Im Gespräch mit Moderator Marco Meier erklärte Samih Sawiris sein Geschäftsmodell: «Ich baue nur auf Land, das ich fast umsonst bekommen habe, und ich gehe nie an einen Ort, wo bereits Konkurrenz vorhanden ist.» Wenn bereits zehn oder zwanzig Unternehmen in Andermatt tätig gewesen wären, hätte er dort nie investiert. «Ich nehme ungern Risiken in Kauf», so Sawiris. Aber in Andermatt braucht er einen langen Atem. Die Durchsetzung der Skiarena Andermatt-Sedrun ist nur die jüngste Hürde, die Sawiris bewältigen musste. Warum hat er trotz des ganzen politischen Aufwands keinen Rückzieher gemacht? «Andermatt ist eine Schwäche von mir. Ich bin ein schlechter Verlierer, und wenn ich aufgebe, habe ich verloren», bekennt er. Die Schweizer seien extrem skeptisch und diskutierten sehr lange, sagt Sawiris, immer müsse Konsens herrschen. «Ich hätte nie den Mut gehabt, dieses Projekt anzufangen, wenn ich gewusst hätte, dass eine Mehrheit mir nichts bringt», so Sawiris. So lautet auch sein klarer Appell an die Schweizer: «Kehrt zurück zur wahren Demokratie!» Wenn 51 Prozent Ja sagen, dürfe dieser Entscheid nicht mehr angegriffen werden.

Mit Geld kann man viel erreichen

Seine diplomatischen Bemühungen um den Bau der Andermatter Skiarena bezeichnet Samih Sawiris als «die lustigste Geschichte» seines Lebens. Sie beweise, dass man mit Geld viel erreichen könne. Bei den Verhandlungen zwischen Sedrun und Andermatt hat Sawiris versucht zu vermitteln. Seiner Ansicht nach hätten beide Dörfer von einer Allianz profitieren können. Doch trotz gutem Zureden hat es nicht geklappt. «Deshalb musste ich eben beide kaufen», lacht Sawiris. Er habe während dieser jahrelangen Verhandlungen oft gesagt: «Wenn ich das schaffe, gehe ich nach Palästina und Israel und leite dort Friedensgespräche.» Dafür erntete er im KKL Applaus. Ob ein solches Mandat für Sawiris in Frage käme, wollte Meier wissen. Sawiris: «Nur mit vernünftigen Menschen. So etwas klappt nur, wenn die Leute sachlich sind und nicht nur für sich schauen. Aber dort unten ist es hoffnungslos.» Politik kommt für ihn aber nicht in Frage. «Geld und Politik zusammen ist zu viel.»