KKL: Für einmal dominiert Mundart-Rock im KKL

Am Samstag fand zum zweiten Mal die Konzertreihe «Mundart» statt. Zwei Berner «Giele» unterstützten dabei die Lucerne Concert Band.

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Ritschi, Sabrina Auer und Florian Ast (von links) geben sich im KKL die Ehre. (Bild Philipp Schmidli)

Ritschi, Sabrina Auer und Florian Ast (von links) geben sich im KKL die Ehre. (Bild Philipp Schmidli)

Nicht Smoking und Abendkleid dominierten am Samstagabend im KKL. Der lockere Kleidungsstil der Konzertbesucher deutete darauf hin, dass an diesem Abend vieles anders war als sonst im Konzerthaus. Das lag wohl daran, dass einerseits die beiden Mundart-Sänger Ritschi und Florian Ast angekündigt waren. Andererseits waren unter den Besuchern auch viele Blasmusikfreunde auszumachen, die wegen der Lucerne Concert Band kamen. Und diese überzeugte durch einen homogenen Klang und eine hervorragende technische Brillanz, wobei sich einer ganz besonders hervortat: René Riebli am Saxofon. Phänomenal, was der Obwaldner mit beeindruckender Leichtigkeit und einer hervorragenden Technik aus dem Instrument herausholte.

Stimmgewaltige Lokalmatadorin

Dirigent Gian Walker, der sich im Dirigat mit Urs Ehrenzeller ablöste, verstand es, seine Musiker immer wieder zu Höchstleistungen anzuspornen. Dies mit unmissverständlicher Gestik und optimaler Übersicht. Unter den 1200 Konzertbesuchern war auch Daniel Elmiger, Präsident des Luzerner Kantonal-Blasmusikverbandes. Dieser verriet, dass er sich auf den Auftritt von Florian Ast gefreut habe. «Gefallen hat mir aber auch das Duett ‹Nume 5 Minute› mit Ritschi und Sabrina Auer. Das war sehr emotional.» Unterstützung erhielt die Lucerne Concert Band von den über 100 Sängerinnen und Sängern des Kinder- und Jugendchors vom St. Anton-Michael unter der Leitung von Thomas Walpen. Ein Heimspiel hatte die stimmgewaltige Luzerner Sängerin Sabrina Auer. Sie gehört seit 2008 zur Originalbesetzung in Roman Polanskis Musical «Tanz der Vampire», wo sie die weibliche Hauptrolle verkörpert.

Höhepunkt des Abends war der Auftritt der beiden Berner «Giele» Ritschi, Frontmann der Band Plüsch, und Florian Ast. «Schön, seid ihr immer für mich da und dass ihr einem Typen wie mir das Vertrauen schenkt», sagte Florian Ast zu den Konzertbesuchern. Der Berner versteht es wie kaum ein anderer, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Das Gleiche gilt für Ritschi, der die Besucher immer wieder zum Mitsingen aufforderte. Das taten sie dann auch, vor allem beim Song «Heimweh». In Luzern hatten die beiden Berner Mundart-Sänger ein leichtes Spiel. Hits wie «Grossvater», «Ängu», «Paris» oder «Sex» durften natürlich nicht fehlen. So richtig laut wurde es, als sich zum Abschluss alle Mitwirkenden mit dem Klassiker «Träne» verabschiedeten.

Monika van de Giessen