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Klares Ja: Der Velotunnel unter dem Luzerner Bahnhof kann erweitert werden

Die Stimmberechtigten geben ein weiteres Mal grünes Licht für ein Veloparking im Luzerner Stadtzentrum. Den Stadtrat freut's, die SVP fühlt sich von den anderen bürgerlichen Parteien im Stich gelassen.
Robert Knobel / Simon Mathis
Seit diesem Sommer kann man im ehemaligen Posttunnel unter dem Luzerner Bahnhof Velos parkieren. Nun soll das Parking ausgebaut werden. (Bild Pius Amrein, 11. September 2019)

Seit diesem Sommer kann man im ehemaligen Posttunnel unter dem Luzerner Bahnhof Velos parkieren. Nun soll das Parking ausgebaut werden. (Bild Pius Amrein, 11. September 2019)

Zum zweiten Mal haben die Stadtluzerner in diesem Jahr einem Velo-Projekt zugestimmt: Nach dem Ja zum Projektierungskredit für eine unterirdische Velostation unter der Bahnhofstrasse im vergangenen Mai, wurde am Sonntag auch der Projektierungskredit für den Velotunnel beim Bahnhof gutgeheissen. Der Ja-Anteil betrug 61,66 Prozent. Die Stimmbeteiligung lag bei 48,63 Prozent.

Mit dem nun bewilligten Kredit von 1,27 Millionen Franken kann der Ausbau des Velotunnels unter den Gleisen des Luzerner Bahnhofs geplant werden. Die eigentlichen Baukosten werden dann nochmals mit rund 7,5 Millionen Franken zu Buche schlagen. Mit dem Geld wird insbesondere der Zugang zu den unterirdischen Velo-Parkplätzen vereinfacht. So sollen unter anderem eine Rampe und ein neuer Lift gebaut werden. Zudem ist auch eine Erweiterung des Veloparkings auf rund 800 Abstellplätze geplant.

Der Zugang zum Veloparking ist heute mühsam. Das soll sich nun ändern. (Bild Nadia Schärli, 1.Juli 2019)

Der Zugang zum Veloparking ist heute mühsam. Das soll sich nun ändern. (Bild Nadia Schärli, 1.Juli 2019)

Im Jahr 2024 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Allerdings kann der Tunnel danach nur während einiger Jahre als Veloparking genutzt werden. Mit dem Bau des Durchgangsbahnhofs wird der Tunnel zur Fussgängerunterführung umfunktioniert. Die begrenzte Nutzungsdauer war auch der Grund, weshalb die SVP das Referendum ergriffen hatte. SBB und Stadtrat argumentierten allerdings, dass die jetzigen Investitionen in Zugangsrampe und Lift auch für die künftige Fussgängerunterführung des Tiefbahnhofs von Nutzen sein würden.

Verliererin SVP nimmt's sportlich

Dieter Haller, Präsident der SVP Stadt Luzern, kann dem Resultat auch etwas Positives abgewinnen. «Dafür, dass wir von der SVP alleine das Referendum ergriffen und durchgezogen haben, konnten wir weit über unserer Wählerbasis mobilisieren», so Haller. Es sei gelungen, die Problematik dieses teuren Provisoriums aufzuzeigen. Dass es trotz der klaren Argumente schwierig werden würde, eine Mehrheit zu holen, sei absehbar gewesen.

In diesem Zusammenhang kritisiert Haller die anderen bürgerlichen Parteien:

«Auch FDP und CVP haben hinter vorgehaltener Hand erkannt, dass der Stadtrat hier mit der goldenen Kelle anrichtet. Aber sie waren nicht bereit, Farbe zu bekennen.»

Vom Stadtrat erwarte die SVP nun eine erfolgreiche Umsetzung des Projekts.

Der Stadtluzerner Umwelt- und Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) ist sehr zufrieden mit dem Resultat. Zumal die Kommunikation der Vorlage nicht einfach gewesen sei, da sie drei Elemente beinhalte: Die Veloverbindung in Richtung Uni Luzern, die eigentliche Veloparkierung und die Weiternutzung beim Durchgangsbahnhof. Das Resultat zeige:

«Die Bevölkerung will eine gute Veloförderung und ist bereit, diese entsprechend zu berappen.»

Bei dem hohen Nutzungsdruck und dem knappen Platz in Zentrumsnähe seien Infrastrukturprojekte in der Regel teuer. Die deutliche Zustimmung zeige aber eine gute Akzeptanz des Vorhabens.

Der Stadtrat sehe sich in seiner Veloförderungs-Politik bestätigt. Die beiden Vorlagen, die dieses Jahr angenommen wurden, würden allerdings nicht alle Probleme der Veloparkierung lösen; bis 2035 braucht es laut Stadt im Gebiet Neustadt und Bahnhof insgesamt 7000 Abstellplätze. Die Velostation Bahnhofstrasse wird etwa 1100 Plätze schaffen, der Velotunnel 800. «Im Rahmen der Planung des Durchgangsbahnhofs schauen wir weiter, wie wir die Situation verbessern können», so Borgula. «Eine leichte Aufgabe wir das nicht werden.»

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