Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Theater: Kleider machen auch in Meggen Leute – und schräge Manager

Im Gemeindesaal Meggen gibt’s ein Revival für das Schweizer Musical «Seldwyla» aus dem Jahre 1991. Darin gibt sich selbst Gottfried Keller die Ehre.
Hannes Bucher
Setzt ihre Kleider in Szene: die Theatergesellschaft Meggen bei der Premiere ihres neuesten Stücks. (Bild: Pius Amrein (20. Oktober 2018))

Setzt ihre Kleider in Szene: die Theatergesellschaft Meggen bei der Premiere ihres neuesten Stücks. (Bild: Pius Amrein (20. Oktober 2018))

Man wähnt sich auf die Rigi versetzt, als sich der Bühnenvorhang des Megger Gemeindesaals für die Premiere des Musicals «Seldwyla – Kleider machen Leute», öffnet. Da ist das prächtige Panorama als eindrückliche Hintergrundkulisse – im Vordergrund lädt die Szenerie des Restaurants «Rigiblick» zum Verweilen.

Zottige Murmeli sind bereits vor Beginn der Vorstellung herumgehuscht und deuteten an: Ja, es geht heute hoch hinaus. Gäste sitzen an den Tischen, jassen, plaudern. Unbeschwertes heiteres Geschehen von Beginn weg. «Willkommen of de Rigi» stimmen Wirtin Maria (Monica Duss) und die Serviertochter Elvira (Nadine Weber) an. Singen, Jodeln, Tanzen wird die Handlung nun gute zwei Stunden begleiten.

Der Dichter betritt die Bühne

Das Stück lehnt sich inhaltlich grob an die gleichnamige Novelle des grossen Schweizer Dichters Gottfried Keller (1819-1890) an. Und auch dieser ist als Akteur (Fredi Chiappori) auf der Bühne: mit grauem Bart, durchdringendem, klugen Blick und in damaliger Kleidung. «Langweilig» sei es ihm gewesen, deshalb habe er «Urlaub» vom Paradies genommen, erzählt er und bestellt nach überlieferter Keller-Manier im «Rigiblick» ein «Zweierli».

Aber er kann dort nicht verweilen: Keller wird schon bald eingebunden in die amüsante, verzwickte Handlung. Da ist «Nettli» (Sophia Thalmann), die Tochter des Gemeindepräsidenten Alois Kuster (Roberto Delaquis), der unter dem liebevollen Hammer seiner Frau Rösli (Yvonne Lenggenhager) steht. Nettli soll als Sängerin Karriere machen, der bekannte Musikmanager Zacharias Zogg wird erwartet. Ihm soll sie vorsingen. Und wie ein nobel gekleideter Gast eintrifft, der gar mit einem Rolls Royce unten im Tal vorgefahren ist, ist für alle klar: Der erwartete Star ist angekommen. Doch da taucht der richtige Manager auf. Die Verwechslungsgeschichte nimmt ihren Verlauf. Es zeigt sich am Schluss: Kleider machen auch noch heute Leute. Statt Kellers vermeintlichem Grafen halt in diesem Fall Manager.

Ein Revival nach fast 30 Jahren

1991 war es, als das Musical «Seldwyla» mit der Musik von Carlo Brunner und Alex Eugster auf der Rigi grosse Erfolge feierte. Seither wurde es nirgends mehr aufgeführt. Hans Duss, Präsident der Theatergesellschaft Meggen, hatte das Werk schon länger im «Visier». Er stand früher selber oft auf der Bühne, seit einigen Jahren führt er Regie. Er kennt das Megger Ensemble bestens. «Wir haben viele gute Sängerinnen und Sänger. Das Musical bleibt unser Genre.»

Die Schwierigkeit bei der Wiederaufnahme des Stücks: Es waren keine Noten vorhanden. Carlo Brunner habe dies offensichtlich alles im Kopf gehabt, sagt Duss. Also hat der musikalische Leiter Beat Wurmet die Stimmen und Arrangements für die Instrumentalisten neu geschrieben. Das Ergebnis: Tolle Stimmen für die lüpfigen Lieder, viel Bewegung, schmissige Tanzeinlagen, lustvolles Agieren aller Beteiligten garantieren ein überaus unterhaltsames Musicalerlebnis. Ob Bühnenbild (Bühnenmalerei: Konrad Reichmuth), Licht (Markus Schürmann, Susanne Fanger), Kostüme (Konzept: Monica Duss): kaum wo gibt es Abstriche. Die Liveband agiert lustvoll und schmissig. Regisseur Hans Duss beweist zudem ein feines Gespür, das Ganze in der Balance zu halten.

Lustig, frech – auch mal fesch und übermütig kommen einzelne Szenen daher. Humorvoll etwa die «Schlägerei» zwischen den beiden Kontrahenten. Das Publikum dankt mit offenem Szenen- und überzeugenden Schlussapplaus. Begeistert von der Premiere zeigt sich etwa die Küssnachterin Martina Ehrler: «Ich habe das Musical damals auf der Rigi gesehen – die Megger Inszenierung gefällt mir ebenfalls ausgezeichnet.» Kein Zweifel: Auch die aktuelle Inszenierung in Meggen hat das Zeug zum Publikumserfolg zu werden.

Hinweis

Das Musical «Seldwyla» wird noch bis 17. November im Gemeindesaal in Meggen gespielt. Mehr Informationen auf www.tgm.ch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.