KLEINE MONSTER: Sie rocken Luzern – und alle haben sie gern

Am Dienstagnachmittag gehört die Luzerner Altstadt dem Nachwuchs, wenn die «Vereinigte» die Familien ans Chendermonschter laden. Diesmal kam es gar zu einer Elefantenhochzeit.

Yvonne Imbach
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Rocker mit ihren Kinder-Harleys. (Bilder: Corinne Glanzmann (Luzern, 28. Februar 2017))

Rocker mit ihren Kinder-Harleys. (Bilder: Corinne Glanzmann (Luzern, 28. Februar 2017))

Yvonne Imbach

stadt@luzernerzeitung.ch

Kurz vor 14.30 Uhr war am Dienstag kein Durchkommen mehr am Mühlenplatz. Kein Wunder, es warteten geschätzte 800 Kinder samt Eltern und sechs Guuggenmusigen auf den Startschuss zum Chendermonschter. Das ­beliebte Spektakel wird von den «Vereinigte» organisiert. Es ist eine Plattform, auf welcher der Nachwuchs seine selbst gemachten Sujets adäquat präsentieren kann. Bis in den St.-Karli-Quai hinein standen die aufgeregten Kinder und bekämpften ihre Nervosität mit Vorkosten der Bonbons, die später fleissig in andere Kinderhände verteilt werden sollten.

Bei der einen Gruppe wurden sogar Hotdogs aus dem Wägelchen hervorgezaubert, was ihr Motto «Strandbar» unterstrich. Drei Familien aus Luzern, Küssnacht und Fribourg schlossen sich zusammen und liefen mit ihren Kindern im Alter zwischen 7 und 11 Jahren den Umzug mit. Für Julia Ineichen (10) war es bereits das vierte Chendermonschter: «Ich laufe sehr gerne am Umzug mit, denn so sehe ich die vielen Mottos am Strassenrand richtig gut.»

Bellende Hunde und eine Hochzeit

Ebenfalls drei Familien präsentierten weiter vorne ihr Motto «Es esch Määs z Lozärn», wobei jedoch die Zuckerwatte fehlte, wie Nadine Häller sagte. In ihrem Wagen sassen die Töchter Zoe (5) und Eva (3) und machten sich bereit, um Marshmallows und Gutscheine für einen Ponyritt an die Zuschauer zu verteilen. Das «Pony» wurde übrigens in Form eines Holz-Schaukelpferdes gleich mitgezogen.

Apropos mitreiten: Es ist immer wieder faszinierend, wie die Umzugsteilnehmer die Route vom Mühlenplatz bis zum Jesuitenplatz unter die Füsse respektive Räder nehmen. Die Kleinsten werden bequem im Kinderwagen chauffiert, andere sitzen hoch zu Ross, laufen auf Stelzen, fahren auf heissen Stühlen oder sitzen auf einer Rakete. Der Kreativität der Kinder sind keine Grenzen gesetzt. Auch die Sujetwahl ist fabelhaft: Osterhasen laufen vor bellenden Hunden, Tintenfische teilen sich die Strasse mit Eulen – und kaum zu glauben: Ein Elefant und eine Maus feiern Hochzeit.

Auch Berufe sind ein beliebtes Thema: Pöstler, Polizisten, Fischer und sogar Astronauten geben sich ihr Stelldichein. Die Motorradgang oder die E-Gitarre spielenden Rocker haben auch den erwachsenen Teilnehmern offensichtlich viel Spass gebracht. Mit allen gnädig war das Wetter: Erst eine Viertelstunde nach Umzugsende brachen Regen und Sturm über die Stadt herein. Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.