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KLEINSTADT: Quartierverein gegen Tempo 20

Die städtische Verkehrskommission will in der Kleinstadt eine Begegnungszone einführen. Doch der Quartierverein wehrt sich gegen die «Benachteiligung der Autofahrer».
Hugo Bischof
Velofahrer und Fussgänger auf dem viel frequentierten Philipp-Anton-von-Segesser-Platz (hinten das «Krienbrüggli»). (Bild Pius Amrein)

Velofahrer und Fussgänger auf dem viel frequentierten Philipp-Anton-von-Segesser-Platz (hinten das «Krienbrüggli»). (Bild Pius Amrein)

Hugo Bischof

Die Luzerner Kleinstadt soll attraktiviert werden – unter anderem mit einer zusätzlichen Kopfsteinpflästerung im Bereich Burgerstrasse und Franziskanerplatz. Dieses Projekt stellte der Stadtrat vergangene Woche vor (Ausgabe vom 13. April). Geplant ist gleichzeitig eine Tempobeschränkung auf 20 oder 30 km/h. Inzwischen hat sich die Baukommission des Grossen Stadtrats mit dem Projekt befasst. Die Kommission plädiert dafür, auf den gepflästerten Strassenabschnitten Tempo 20 einzuführen. Dabei ist nicht so sehr die Temporeduktion als solches von Bedeutung – viel schneller als 20 kann man in dem Bereich ohnehin nicht fahren. Doch Tempo 20 bedeutet gemäss Strassenverkehrsgesetz auch Begegnungszone. Innerhalb dieser Zone haben Fussgänger immer Vortritt.

Parlament entscheidet im Sommer

Eine Begegnungszone gibt es bereits seit längerem vor dem Luzerner Theater. Der Entscheid für Tempo 20 sei gefallen, da in der Kleinstadt, vor allem auf dem Philipp-Anton-von-Segesser-Platz vor dem «Krienbrüggli», das Verkehrsaufkommen «relativ gross ist», sagt Reto Kessler (FDP), Präsident der Verkehrskommission. Der Entscheid für Tempo 20 in der Kleinstadt fiel in der Verkehrskommission mit 6 zu 3 Stimmen. Das Stadtparlament soll noch vor den Sommerferien definitiv darüber befinden.

Dem Quartierverein Kleinstadt passt der Entscheid der Kommission allerdings gar nicht. Präsident Jürg Willen-Buob schrieb dem zuständigen Stadtrat Adrian Borgula umgehend einen geharnischten Protestbrief. Er liegt auch unserer Zeitung vor.

Neugestaltung für 4,4 Millionen

Grundsätzlich unterstütze der Quartierverein das Bauprojekt, so schreibt Willen-Buob – «obwohl es während der sehr langen Bauzeit in unserem Quartier sehr viele Schwierigkeiten geben wird». Die Neupflästerung erfolgt im Rahmen der Werkleitungserneuerungen vom Oktober 2016 bis Ende 2018, für welche die Strassen ohnehin aufgerissen werden müssen. Der Stadtrat beantragt dafür beim Stadtparlament einen Kredit von 4,4 Millionen Franken.

Mit Tempo 20 hingegen ist Willen-Buob überhaupt nicht einverstanden. Dagegen werde der Quartierverein «massiv opponieren». Mit Tempo 30 könnte man leben, falls es eine Reduktion überhaupt brauche. Offiziell gilt in Luzerns Kleinstadt zurzeit noch immer Tempo 50. Doch gerade im Bereich zwischen «Krienbrüggli» und Franziskanerkirche sind meist derart viele Fussgänger und Velofahrer unterwegs, dass Autos höchstens im Schritttempo fahren können. Das weiss auch Jürg Willen-Buob. Weshalb dann trotzdem seine Frontalopposition gegen den Vorschlag der Baukommission? Er sagt dazu: «Damit würden einmal mehr die Autofahrer gegenüber den Velofahrern benachteiligt.» Denn: «Wenn wir in unserem Quartier Unfälle haben, dann betrifft dies fast nur Velofahrer, die mit Fussgängern kollidieren.» Das Problem sei, dass «viele Velofahrer wie die ‹Henker› fahren». Baukommissionspräsident Reto Kessler pocht derweil auf «gegenseitige Rücksichtnahme» aller Verkehrsteilnehmer. Und: «Die Polizei muss Verkehrsübertretungen auch bei Velofahrern ahnden.

«Das Bordell war kein Problem»

hb. Der seit rund 30 Jahren in der Luzerner Klein- stadt bestehende Bordellbetrieb im «Krienbrüggli» wird nach einem Besitzerwechsel per Ende März 2018 eingestellt (gestrige Ausgabe). Kleinstadt-Quartiervereinspräsident Jürg Willen-Buob sagt dazu: «Das Bordell an sich war für uns kein Problem. Es verursachte weder Abfall noch Lärm.» Willen-Buob hofft, dass sich dies mit dem durch den neuen Besitzer geplanten Betrieb mit einem Restaurant und eventuell Studentenzimmern nicht ändern wird.

Das Bordell befindet sich an der Pfistergasse 2/Burgerstrasse 8 und nicht an der Burgerstrasse 2, wie wir gestern fälschlicherweise schrieben. Wir bitten um Entschuldigung für den Fehler.

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