KLEINWANGEN: Hühner sichern seine Existenz

Landwirt Cornel Burkard baut seinen Legehennenstall massiv aus. Damit nutzt er die wachsende Nachfrage nach einheimischen Eiern.

Stephan Santschi
Drucken
Teilen
Cornel Burkard (26) vor der Baustelle seines neuen Legehennenstalls in Kleinwangen. (Bild Pius Amrein)

Cornel Burkard (26) vor der Baustelle seines neuen Legehennenstalls in Kleinwangen. (Bild Pius Amrein)

Im Juli ging es los, im Januar soll alles fertig sein: Auf dem Hof von Cornel Burkard in Kleinwangen wird derzeit eifrig gebaut. Der 26-jährige Landwirt lässt seinen Legehennenstall vergrössern – von 4500 auf 14'000 Tiere. «Die Einrichtung war veraltet. Wir hätten ohnehin investieren müssen. Mir macht die Arbeit mit Legehennen Freude, ich bin mit ihnen aufgewachsen. Zudem kann ich damit meine Existenz sichern. Deshalb entschieden wir uns für einen Ausbau», erklärt Burkard.

An die Stelle des alten Legehennenstalls kommt ein Neubau. Mit der neuen Kapazität zählt er zu den grösseren im Kanton. Es gibt viele Ställe mit 2000 bis 8000 Legehennen. Der grösste befindet sich laut Natalie Kamber, der Medienbeauftragten der kantonalen Dienststelle für Umwelt und Energie, mit 18'000 Hennen in Dagmersellen.

Eier für die Migros

Mit Bruno Rosenberg aus Beinwil im Freiamt hat Burkard eine Betriebsgemeinschaft gegründet. Burkard betreut den Legehennenstall, Rosenberg stellt und bewirtschaftet die 60 Hektaren Land, wo turnusgemäss Mais, Weizen, Raps und Gerste angebaut werden. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 2 Millionen Franken. Das Geschäft ist vielversprechend, denn Eier und Geflügel aus einheimischer Produktion sind hoch im Trend.

Die Kundenfrage ist denn auch bereits geklärt. «Ohne einen Eierabnahmevertrag hätte ich gar nicht bauen dürfen», stellt Burkard klar. Über ein Handelsunternehmen geht ein Grossteil der Produktion ins Zentralschweizer Migros-Sortiment und ist unter dem Label «Aus der Region. Für die Region» verfügbar. Nach der Aufstockung rechnet Burkard mit zirka 3,9 Millionen Eiern im Jahr. Aktuell steht er bei etwa bei 1,2 Millionen. Das Potenzial für die einheimische Produktion ist dabei noch lange nicht ausgeschöpft. Rund die Hälfte der in der Schweiz konsumierten Eier werden nämlich importiert, meistens aus Deutschland und Holland.

Der Weg zur Baubewilligung war für Burkard hindernisreich. Dem Baugesuch musste ein Umweltverträglichkeitsbericht beigelegt werden. Eine der Vorgaben: 70 Prozent der Futtermittel, in Trockensubstanz gerechnet, müssen auf dem eigenen Betrieb hergestellt werden. «Wir erreichen über 100 Prozent», betont Burkard. Zudem müssen die Ammoniakemissionen um 20 Prozent gesenkt werden.

Das Ausbauverbot gilt nicht

Im Einzugsgebiet der durch Überdüngung belasteten Gewässer Sempacher-, Baldegger- und Hallwilersee ist laut der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) eine Aufstockung des Legehennenbetriebs eigentlich nicht möglich. Aber mit der Gründung der Betriebsgemeinschaft von Burkard und Rosenberg liege weniger als ein Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Zuströmbereich des Baldeggersees. Somit unterliege sie nicht dem Geltungsbereich der Verordnung über die Verminderung der Phosphorbelastung der Mittellandseen durch die Landwirtschaft, hält das Lawa fest.

Die Produktionsstandards in der Schweizer Eierbranche seien grundsätzlich hoch, sagt Cornel Burkard. «Im Ausland gibt es wohl auch grosse Auflagen, aber nicht überall werden sie durchgesetzt. Wir hingegen werden stark kontrolliert – durch den Tierschutz beispielsweise oder durch die Erbringung des ökologischen Leistungsnachweises», erklärt er und präzisiert: «Der Stall darf nicht überladen sein, und die Hühner müssen regelmässig raus, entweder auf die Wiese oder in den Wintergarten. Auch die Sauberkeit muss gewährleistet sein.» Die einzige Einsprache gegen die Baubewilligung, ausgehend von Pro Natura, wurde nicht weitergezogen.

Lohnarbeit und Mutterkühe

Neben seinen Eltern, die den Hof vor über 30 Jahren gründeten, hilft neu ein Lehrling auf dem Betrieb mit. Burkard arbeitet auch für das Lohnunternehmen seines Betriebspartners Bruno Rosenberg und hält 13 Mutterkühe. Der Fokus gilt allerdings der Eierproduktion. Ab Januar 2015 mehr als je zuvor.