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Den Berufsschülern in Willisau brennen Klimafragen auf der Zunge

Heute Freitag endet in Willisau für 950 Berufsschüler eine Projektwoche, die ganz im Zeichen der Politik und der kantonalen Wahlen stand. Im Gespräch mit Parteienvertretern fehlte ein Thema nie.
Hannes Bucher
GLP-Kantonsratskandidatin Sabrina Felder steht Jana Schumacher und Alina Zehnder (rechts) in Willisau Red und Antwort. (Bild: Boris Bürgisser, 20. März 2019)

GLP-Kantonsratskandidatin Sabrina Felder steht Jana Schumacher und Alina Zehnder (rechts) in Willisau Red und Antwort. (Bild: Boris Bürgisser, 20. März 2019)

Die Aula des Berufsbildungszentrums Wirtschaft, Informatik und Technik in Willisau gleicht am Mittwoch einer Messehalle. Parteienvertreter haben Stände aufgestellt: Wahlplakate und Parteislogans sind angebracht, eine Menge Infomaterial liegt bereit.

Die grosse Pause beginnt, Lehrlinge strömen in die Aula. 950 sind es insgesamt, die sich seit Montag in einer Projektwoche mit den anstehenden kantonalen Wahlen befassen. An diesem Vormittag sind es vorab künftige Metzger und Schreiner, die mit der Politik auf Tuchfühlung gehen. Zu letzteren gehören Alina Zehnder (18, Hitzkirch), Jenny Bossert (17, Altbüron), Jana Schumacher (18, Emmenbrücke) und Timo Bucher (17, Wolhusen). Sie sind im dritten Lehrjahr. Zusammen ziehen sie von Stand zu Stand, löchern die Politiker mit Fragen.

Umweltschutz brennt auf der Zunge

Vorab sind es Fragen rund um die Klimaveränderung, die den jungen Leuten auf der Zunge brennen. «Wie stehen Sie zum Thema Umweltschutz», steht denn auch oben auf dem Blatt von Timo Bucher. Zuerst geht es zum Stand der SP. Doch da gibt es statt Antworten nur rote Gummibärchen: Der Stand ist noch verwaist. Kantonsrätin Ylfete Fanaj reist mit dem ÖV an und wird offenbar erst noch eintreffen. «Schade», sagt Timo und schnappt sich zum Trost etwas Süsses. Weiter also zur GLP. Mit ihren Fragen rennen die Berufsschüler bei der jungen GLP-Kantonsratskandidatin Sabrina Felder aus Oberkirch weit offene Türen ein: «Megawichtig» nähme ihre Partei den Umweltschutz. Elektromobilität und Mobilität allgemein werden diskutiert. Beim Thema wasserstoffbetriebene Autos muss die GLP-Frau allerdings eingestehen:

«Da kenne ich mich nicht so aus.»

Alina Zehnder ist inzwischen bei der CVP gewesen. «Ich bin selbst nicht so grün», sagt sie. Der CVP stehe sie schon «familienbedingt» nahe. Und: Die soziale Komponente der Partei spreche sie an. Weiter geht’s zur FDP: Die Menznauer Kantonsrätin Helen Schurtenberger nennt die Wahlziele. Dazu gehört: die zweitstärkste Partei werden. «Weshalb will die FDP nicht gleich die grösste Partei werden?», fragen die Jungen unverblümt. «Nun, das wäre etwas vermessen», relativiert die Politikerin. Arbeitsplätze, Tiefsteuerstrategie – dies seien ebenso wichtige Ziele. Umweltschutz? Natürlich!

Winiker: Beim Klimastreik wird Schulzeit vergeudet

Am Stand der SVP verstrickt sich Jana Schumacher in eine Diskussion mit dem Zeller Kantonsratskandidaten André Wandeler. Es geht vorab um Fussballrowdytum und dessen Bekämpfung. Der SVP-Mann ist für härtere Bandagen im Umgang mit den Chaoten. Sein Ratschlag: «Haltet Distanz zu den Aufrührern!» Auch da die Frage zum Umweltschutz: Das Ganze müsse globaler gesehen werden – und könne nicht «auf zwei, drei Wörtchen wie CO2» reduziert werden, sagen die Männer am SVP-Tisch. Und: «Alle sollen ihren Teil leisten.» Auch die Jungen sollen auf Ferienflüge verzichten.

Damit ist Timo Bucher nicht restlos zufrieden: Die Politik müsse doch ein Vorbild sein, hakt er nach. Für den Stand der Grünen reicht es zeitlich nicht mehr. Ein Podium steht bevor, an dem das Thema Klima-Schülerstreik zu reden gibt. Regierungsrat Paul Winiker ruft dazu auf, nicht die «teure Schulzeit» für solche Aktionen zu vergeuden: «Es gibt auch den Samstag, um zu streiken.»

Am Ende ziehen die Berufsschüler ein positives Fazit. Timo Bucher sagt:

«Es war informativ, auch wenn die Politiker teils um die Fragen herumgeredet haben. Ich würde jetzt gerne stimmen gehen.»

Auch den drei Frauen hat es gefallen. Spannend war der persönliche Kontakt, der direkte Vergleich. Sie schätzten es, an einzelnen Ständen mehrere Politiker anzutreffen. Dies ermögliche ein Gespräch, man fühle sich ernst genommen. Leider hätten dies nicht alle Parteien so gehandhabt.

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