Kloster Wesemlin soll spirituelle Oase werden

Das Luzerner Kapuzinerkloster Wesemlin wird im Sommer 2013 für rund 11 Millionen Franken umgebaut. Das Vorhaben ist Teil des Projekts «Oase-W», welches ein spirituelles Zentrum sowie klosternahes Wohnen umfasst. Das Projekt wird am Weihnachtsmarkt vorgestellt.

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Das Kapuzinerkloster Wesemlin in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Das Kapuzinerkloster Wesemlin in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

«Vielleicht etwas überraschend: Eine Ordensgemeinschaft engagiert sich am Luzerner Weinachtsmarkt», teilten die Kapuziner des Klosters Wesemlin am Montag mit. Denn Weihnachtsmärkte könnte man durchaus auch als Zeichen der Kommerzialisierung eines kirchlichen Festes sehen. «Als Ordensgemeinschaft aber haben wir gute Gründe, uns am Markt zu beteiligen.»

Projektinfo am Weihnachtsmarkt

Einerseits verkaufen sie vom 1. bis am 19. Dezember Produkte. Vor allem aber wollen die Brüder über ihre Neuausrichtung informieren und Spenden sammeln. Ihr Ziel: Sie wollen das Kloster Wesemlin auch in Zukunft als einen ihrer Standorte beibehalten. Und dafür muss das Gebäude renoviert und umgenutzt werden. Denn das Kloster ist in absehbarer Zeit für die Bedürfnisse der Brüder zu gross und der Unterhalt zu aufwendig.

«Nun wollen wir das Kloster zukunftstauglich machen», sagte Bruder Fridolin Schwitter auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Deshalb verbinden sie den notwendigen Umbau mit der Realisierung eines neuen Konzepts. Es heisst «Oase-W» (W wie Wesemlin).

Wohnstudios vermieten

In erster Linie will das Kloster Wesemlin offen sein für Menschen, die den Kontakt zum Kloster als Ort der Begegnung, des Glaubens und Betens suchen. Da das Kloster über zahlreiche ungenutzte Räume verfügt, sollen beispielsweise Wohnstudios für so genanntes klosternahes Wohnen entstehen.

Menschen, die zwar nicht Kapuziner werden wollen, aber das klösterliche Umfeld suchen, sollen im Kloster ein Zimmer mieten können. So erhalten sie die Möglichkeit, am Leben der Brüder ein Stück weit teilzunehmen.

Entstehen soll auch ein spirituelles Zentrum. Ergänzend zur traditionellen Seelsorgertätigkeit setzt das Kloster neue Akzente und schafft neue Angebote in Meditation, Gebet und Liturgie.

Neubau im Garten

Um als Bettelorden regelmässige Einkünfte zu generieren, verfolgen die Kapuziner aber noch ein weiteres Projekt. Das Kloster will sich seine Zukunft einerseits durch die Vermietung der Wohnstudios sichern. Andererseits ist vorgesehen, auf einem Teil des «viel zu grossen Garten», wie Bruder Fridolin Schwitter sagte, einen Neubau zu erstellen. Vorbereitungen seien im Gang.

Die Kriterien für die Nutzung des Neubaus will das Kloster festlegen. Im Vordergrund stehen Institutionen, die mit der franziskanischen Ausrichtung vereinbar sind.

Ein anderer Teil des Gartens macht das Kloster in Zukunft der Öffentlichkeit zugänglich. Er wird wird umgestaltet und soll einen besinnlichen Charakter erhalten.

sda