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Knall in Alberswil: Stiftung Agrovision verliert Geschäftsführer und trennt sich von Pächtern

Andreas Lieberherr will nicht mehr: der Geschäftsführer der Zentralschweizer Bio-Handelsplattform RegioFair verlässt das Unternehmen. Dies ist nicht die einzige personelle Veränderung im Umfeld der landwirtschaftlichen Stiftung Agrovision.
Simon Mathis
Der Geschäftsführer Andreas Lieberherr verlässt die Zentralschweizer Handelsplattform RegioFair. (Bild: Corinne Glanzmann, 31. März 2016, Zell LU)

Der Geschäftsführer Andreas Lieberherr verlässt die Zentralschweizer Handelsplattform RegioFair. (Bild: Corinne Glanzmann, 31. März 2016, Zell LU)

Die landwirtschaftliche Stiftung Agrovision (siehe Kasten) hat drei Abgänge bekannt gegeben. Andreas Lieberherr, Geschäftsleiter der Zentralschweizer Bio-Handelsplattform Regiofair, verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Und ab 2020 wird der Bio-Hof Burgrain in Alberswil neue Pächter haben – denn die Stiftung lässt den Pachtvertrag mit Andreas Nussbaumer und Josef Bernet auslaufen.

«Wir hätten Andreas Lieberherr sehr gerne als Betriebsleiter behalten. Er hat Regiofair mit Herzblut aufgebaut», sagt Agrovision-Präsident Rolf Thumm. «Sein Entscheid kam überraschend für uns. Leider konnte er sich mit den neuen Strukturen nicht anfreunden.»

Geplant ist, dass zwei Betriebsleiter die beiden Unternehmen Agrovision Burgrain und Regiofair gemeinsam verwalten. Andreas Lieberherr war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In der Mitteilung wünscht er der Stiftung weiterhin viel Erfolg: «Ich bin stolz darauf, die Stiftung Agrovision mit meinen Ideen und Entwicklungen in den letzten elf Jahren geprägt zu haben.»

«Wir haben unsere Ideale nie aus den Augen verloren. Wir müssen sie nur weiterentwickeln.» – Rolf Thumm, Präsident Agrovision

Agrovision und ihre Tochterbetriebe haben sich eine nachhaltige Bio-Produktion auf die Fahnen geschrieben. Offenbar will sich die Stiftung stärker an dieser «Grundvision» orientieren. Heisst das, sie ist vom Kurs abgekommen? Thumm verneint: «Wir haben unsere Ideale nie aus den Augen verloren. Wir müssen sie nur weiterentwickeln.»

Laut Thumm hat die Stiftung in den letzten Jahren – auch dank Lieberherr – eine riesige Erfolgsgeschichte geschrieben. «Wir haben ganz klein angefangen und beschäftigen nun 65 Mitarbeiter.» Agrovision Burgrain und Regiofair seien markant gewachsen. «Wir wollen die beiden Betriebe optimal und nachhaltig in die Zukunft führen.»

Die Frage nach der Hornkuh

Mit diesen Plänen sind nicht alle einverstanden. Der Pachtvertrag mit Nussbaumer und Bernet wurde aufgelöst, weil sich die Stiftung ein «kompromissloseres» Nachleben des Bio-Gedankens wünscht. «Beide sind hervorragende Landwirte», sagt Thumm. «Aber ihnen fehlt die konsequente Haltung, die wir uns vorstellen. Denn ein «Leuchtturm unter den Bio-Bauernhöfen» soll der Betrieb auf dem Burgrain sein.

Zu dieser Haltung gehört eine Orientierung an den Grundsätzen von «Bio-Plus». Das heisst für Thumm, mehr als nur die notwendigen Bio-Richtlinien zu erfüllen. Ein Beispiel sei das Enthörnen der Kühe. «Wir sind ganz klar der Meinung, dass eine Kuh Hörner braucht», so Thumm.

«Wir sind enttäuscht und überrascht», sagt Andreas Nussbaumer, einer der beiden Pächter. «Schon jetzt gehen wir in Sachen Biodiversität viel weiter, als uns die Bio-Richtlinien vorschreiben. Für uns ist nicht nachvollziehbar, weshalb wir die Anforderungen nun nicht mehr erfüllen sollen.»

Auf die Frage, ob die Kühe auf dem Betrieb Burgrain Hörner haben sollen, antwortet Nussbaumer: «Für das Tierwohl ist es aus unserer Sicht sinnvoller, in unserem Laufstall Kühe ohne Hörner zu halten.»

Vom Bio-Hof bis zum Restaurant

Die Stiftung Agrovision hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltige Landwirtschaft und Bioproduktion für «jedermann erlebbar und fassbar zu machen». Über ihr Unternehmen Regiofair vermarktet sie Bio-Produkte an Zentralschweizer Lebensmittelhändler. Die Plattform Regiofair vertreibt gut 1500 Produkte an etwa 180 Kunden. In Alberswil plant der Bio-Händler einen Neubau, gegen den der Heimatschutz Einsprache erhoben hat (wir berichteten am 20. Oktober 2018). Die Stiftung Agrovision verpachtet zudem den 40 Hektaren grossen Bio-Hof auf dem Burgrain. Der Schwerpunkt des Betriebes liegt auf der Milchproduktion. Rund 70 Kühe und 1000 Hennen befinden sich auf dem Hof. Weiter betreibt Agrovision Burgrain eine Bäckerei, einen Bio-Hofmarkt und das Restaurant Burgrain-Stube. (sma)

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