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Knappes Trinkwasser in Luzern: Hoffen auf den regenreichen Winter

Nach dem trockenen Sommer sind die Wasserstände vielerorts im Kanton Luzern auf Rekordtief. Damit sie sich erholen, braucht es einen regenreichen Winter – ansonsten droht im nächsten Jahr Knappheit.
Urs-Ueli Schorno
Die Trinkwasserspiegel in den Trinkwasserbrunnen sind so tief wie nie. Brunnenmeister Walter Dillier beim Grundwasserpumpwerk in Sursee. Bilder: Dominik Wunderli (21. Dezember 2018)

Die Trinkwasserspiegel in den Trinkwasserbrunnen sind so tief wie nie. Brunnenmeister Walter Dillier beim Grundwasserpumpwerk in Sursee. Bilder: Dominik Wunderli (21. Dezember 2018)

Im Pumpwasserwerk I im Hofstetterfeld in Sursee wird derzeit mit reduzierter Leistung Grundwasser für das Trinkwassersystem gefördert. Im Winter sinkt nämlich der Wasserbedarf in den Haushalten und der Landwirtschaft jeweils. Garten-, Park- und Sportanlagen brauchen keine Bewässerung, und auch in der Landwirtschafts wird der Bedarf kleiner. So können sich die Pegel in der Regel zwischen Oktober und März erholen.

Das ist auch dringend nötig: Der trockene Sommer hat die Wasserstände im Kanton auf Tiefststände sinken lassen. «Wir verzeichnen vor allem in jenen Grundwasservorkommen rekordtiefe Wasserstände, die vorwiegend von Niederschlägen gespeist werden. Dies ist neben dem Surental auch am Lindenberg im Seetal der Fall», sagt Philipp Arnold, Teamleiter Gewässer bei der Dienststelle für Umwelt und Energie des Kantons Luzern (UWE).

Auswirkungen im nächsten Sommer spürbar

Seinen tiefsten Wert von 492,7 Metern über Meer erreichte der Brunnen beim Pumpwasserwerk I im November. «Der Grundwasserspiegel in Sursee ist immer noch sinkend und die Situation ist weiter sehr angespannt», sagt Sacha Heller, Präsident der Geschäftsleitung von Aquaregio, dem Wasserverbund, der am 1. Januar seine Arbeit offiziell aufnehmen wird. Bereits im August fiel der Wasserstand im Brunnen unter die kritische Marke von 493 Meter über Meer. Erst im Dezember wird er sich wieder leicht erholen – aber kaum, weil es derart viel geregnet hätte, sondern, wegen des tieferen Wasserbedarfs. «Anhand der Jahreszeit und auch durch die allseitigen Sparbemühungen konnten die Verbräuche stabilisiert und letztlich sogar gesenkt werden», erklärt Heller.

Einstieg zum Trinkwasserbrunnen.

Einstieg zum Trinkwasserbrunnen.

Mit 246 Liter pro Kopf und Tag sind die Luzerner beim Trinkwasserverbrauch eigentlich sparsam – 299 Liter beträgt der schweizweite Durchschnitt. Dennoch: Bis die Grundwasserpegel wieder zu steigen beginnen, sind laut Heller «weitere lang anhaltende Niederschläge» nötig. «Das System ist sehr träge, und bis sich die Grundwasserpegel wieder nachhaltig auf den üblichen Niveaus einpegeln, werden Monate vergehen.» Das heisst auch: Ein trockener Winter würde sich im kommenden Sommer bemerkbar machen.

Im schlimmsten Fall: Pumpe abstellen

Der schlimmste Fall wäre, wenn das Pumpwerk in Sursee im Sommer nicht mehr die volle Leistung erbringen könnte. Ist der Pegel tief, sinkt nämlich auch der Wasserdruck – und das wertvolle Nass fliesst nicht mehr in genügend grosser Geschwindigkeit nach. Die Pumpe würde «trockenlaufen» und die Leistung – maximal sind es 3000 Liter pro Minute – automatisch reduziert. Bis es so weit ist, müsste sich die Situation noch einmal verschärfen. Der Notfallplan: «Dafür haben wir je Seeseite eine Möglichkeit zum Wassertransport. Etwa vom Seewasserwerk Sempach über Nottwil-Oberkirch können rund 1000 Liter pro Minute abgegeben werden. Über Vogelsang, Eich Schenkon sind es rund 800 Liter Trinkwasser pro Minute.» Zusätzliche Zwangsmassnahmen zum Wassersparen wären selbst dann wohl unumgänglich.

Die Trinkwasserspiegel in den Trinkwasserbrunnen sind so tief wie nie. Blick in den Brunnen.

Die Trinkwasserspiegel in den Trinkwasserbrunnen sind so tief wie nie. Blick in den Brunnen.

Nicht nur im Surental und im Seetal ist die Situation angespannt: Die Grundwasservorkommen des Entlebuchs und entlang der Kleinen Emme bis Littau weisen aktuell ähnlich tiefe Stände auf wie im Trockenjahr 2003. Dasselbe gilt für das Luthern- und Wiggertal. «Diese Wasservorkommen sind, dank gewittriger Niederschläge im Sommerhalbjahr, über kurze erhöhte Abflüsse in der Kleinen Emme und der Luther/Wigger immer wieder etwas ‹nachgefüllt› worden», so Philipp Arnold.

Mit Blick auf das Jahresende hin sagt Arnold, dass sich die Situation zwar allmählich entspanne, da seit Anfang Dezember die erhofften niederschlagsreichen Wetterperioden eingetroffen seien und weiter anhalten. Doch: «Das Niederschlagsdefizit von rund 20 bis 30 Prozent im Kanton Luzern für das Jahr 2018 kann auch mit einem nassen Dezember kaum mehr aufgeholt werden.» Bis sich die Grundwasserpegel und die Quellenschüttungen wieder im Normalbereich befinden, «braucht es einen nassen Winter mit überdurchschnittlichen Niederschlägen in Form von Regen oder Schnee über zwei bis drei Monate Dauer.» Die Niederschläge im Winter seien deshalb ausschlaggebend, weil dieser Regen zu einem Grossteil die Grundwasservorkommen speise. «Im Sommer gelangt nur ein geringer Teil des Niederschlages bis ins Grundwasser, da ein rechter Anteil des Wassers im Boden von den Pflanzen aufgenommen und über die Grünmasse verdunstet wird.»

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