Knatsch um die Strategie der Rigi Bahnen geht in die nächste Runde: Das Unternehmen distanziert sich von Aktionär und Kritiker René Stettler

Der Verwaltungsrat der Rigi Bahnen hat dem Aktionär René Stettler schriftlich mitgeteilt, dass man befremdet ist von seinem Verhalten gegenüber den Verantwortlichen der Rigi Bahnen AG.

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Darf sich nicht mehr einmischen: Kulturwissenschaftler René Stettler, der auf Rigi-Kaltbad lebt.

Darf sich nicht mehr einmischen: Kulturwissenschaftler René Stettler, der auf Rigi-Kaltbad lebt.

Archivbild: Jakob Ineichen (LZ)

(stg) Rigi-Bahnen-Aktionär René Stettler habe die Einladung zu einem konstruktiven Gespräch ausgeschlagen und trotz einer klaren Ablehnung seiner drei Anträge an der Generalversammlung 2020 wiederholt gleichbleibende Kritik und Forderungen vorgebracht. Nach vielen gescheiterten Bemühungen, einen vernünftigen und konstruktiven Weg mit René Stettler zu finden, distanziere sich der Verwaltungsrat nun von ihm, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Man werde nur noch im Rahmen seiner Aktionärsrechte auf seine Bedürfnisse eingehen, heisst es weiter.

Über mehrere Jahre hinweg kritisiere der Aktionär René Stettler das Vorgehen und Verhalten der Verantwortlichen der Rigi Bahnen massiv. In zahlreichen Leserbriefen und zwei Petitionen habe er auch mit Unterstellungen argumentiert, welche gemäss dem Bahnunternehmen klar widerlegt werden könnten.

Ausschluss aus Arbeitsgruppe

Stettler habe den Verantwortlichen der Rigi Bahnen AG zu verschiedenen Themen massivste Vorwürfe gemacht. «Wir begrüssen eine begründete und konstruktive Kritik. Es ist uns wichtig, die Anliegen der Aktionäre ernst zu nehmen. In diesem Fall hat die wiederholte detaillierte Beantwortung der Vielzahl von gleichen Anfragen und Vorwürfen wichtige Ressourcen gebunden. Jetzt werden wir uns wieder dem Kerngeschäft widmen», so Verwaltungsratspräsident Karl Bucher.

René Stettler arbeitete in einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Jürg Stettler vom Institut für Tourismuswirtschaft der Hochschule Luzern mit. Diese hat die Rigi-Charta 2030 als wichtiges Grundlagenpapier ausgearbeitet. Aktionär René Stettler habe an diesem Papier mitgearbeitet und dieses unterzeichnet. Dennoch habe er die gemeinsame Arbeit kurz darauf in den Medien kritisiert und die Grundsätze der gemeinsam erarbeiteten und verabschiedeten Charta wiederholt in Frage gestellt. Aufgrund dieses illoyalen Verhaltens sei René Stettler nicht mehr zu den weiteren Workshops der Arbeitsgruppe eingeladen worden.

Einladung zu konstruktivem Dialog ausgeschlagen

Im Nachgang zur Generalversammlung hätten die Verantwortlichen der Rigi Bahnen AG René Stettler zu einem konstruktiven Dialog eingeladen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Verwaltungsratspräsident Karl Bucher lässt sich darin wie folgt zitieren:

«Es wäre uns ein Anliegen gewesen, mit René Stettler die Situation nun zu bereinigen und einen vernünftigen Weg zu finden, wie man sinnvoll und konstruktiv miteinander in die Zukunft gehen kann.»

René Stettler habe jedoch wiederum einseitige Forderungen gestellt und sei nur bereit gewesen, am vereinbarten Gespräch teilzunehmen, wenn diese vollumfänglich erfüllt werden und habe die Einladung zum Dialog ausgeschlagen. «Wir bedauern dieses Verhalten sehr. Konsequenterweise ziehen wir nun einen Schlussstrich und beenden damit unsere Bemühungen», so Bucher weiter. Nach allen gescheiterten Versuchen, mit dem Aktionär René Stettler einen vernünftigen und konstruktiven Dialog zu führen, habe sich der Verwaltungsrat einstimmig dazu entschieden, sich von René Stettler zu distanzieren und die Gesprächsbereitschaft mit ihm zu beenden.

Verwaltungsrat und Geschäftsleitung würden damit nicht mehr auf weitere Anliegen, Fragen oder «Verbesserungsvorschläge» von René Stettler eingehen. Dessen Aktionärsrechte würden aber jederzeit und vollumfänglich gewahrt bleiben.

Update folgt.

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