Knutwil Nord

Die Krönung in Form von Biberli für «Heli den Beisser» auf der Knutwilerhöhe

Der Gastgeber auf dem Rastplatz Knutwil Nord isst derzeit hartes Brot. Einer, der sich mit der Materie auskennt, versüsste ihm den Alltag: Willi Suter fertigte in seiner Bäckerei eine Serie «Heli-Biberli» an und lieferte die Charge selber aus.

Roger Rüegger
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Einen gestandenen Kerl wie Helmut «Heli» Angst bringt so leicht nichts aus der Fassung. Der 60-jährige gelernte Gartenbauer ist es gewohnt, dass ihm bisweilen ein rauer Wind um die Ohren weht. Er sass 15 Jahre am Steuer eines Camions und mittlerweile steht er seit 14 Jahren hinter der Theke seines Truck-Stop-Imbisses auf dem Rastplatz Knutwil Nord.

Die Kundschaft kehrt nicht nur ein, um sich zu stärken. Bei Heli liegt immer auch ein Schwätzchen drin. Wobei dies derzeit zu kurz kommt, weil der Imbiss während des Gastro-Lockdowns nur Snacks und Kaffee zum Mitnehmen anbietet. Take-away, ums verständlicher auszudrücken. Am Abend des Dreikönigstags fehlten aber selbst dem Mann mit dem Kopftuch die Worte. Es war kurz vor Feierabend, als Willi Suter, ein regelmässiger Gast auf der Knutwilerhöhe, ihm einen Karton mit Süssigkeiten überreichte.

«The show must go on»

Das Schenken von süssen Backwaren ist am 6. Januar zwar nicht wahnsinnig aussergewöhnlich, in diesem Fall aber schon. Der Luzerner Bäckermeister hatte nämlich nicht einen Dreikönigskuchen dabei, sondern eine Schachtel Biberli, deren Verpackung ein lächelnder Heli mit einem Päärli Würste ziert. «Heli der Beisser» steht über dem Porträt und am Boden «The show must go on».

Das Geschenk ist für Heli aber wie eine Krönung. «Willi Suter hat in der LZ gelesen, dass ich durchbeisse. Er findet es toll, dass ich es trotz der Coronakrise versuche», erzählt er und fügt hinzu: «Hedmi wahnsennig gfreut, so vöu Solidarität und Sympathie z erfahre.» Er hoffe, bis Ende Lockdown durchzuhalten. Die Biberli verschenkt Heli an seine Stammgäste. Aurelia aus Schwarzenberg, die bei unserem Besuch ein Kaffee bestellt, staunt über den hauseigenen Lebkuchen.

Heli schenkt Stammkundin Aurelia ein Biberli.

Heli schenkt Stammkundin Aurelia ein Biberli.

Bild: Roger Rüegger (Knutwil, 7. Januar 2021)

Der Hersteller erklärt: «Helis Sorgen sind dieselben, die derzeit viele andere KMU-Betreiber beschäftigen. Mir gefällt seine Geschichte und es freut mich, dass er als Kleinstunternehmer den Willen und die Stärke hat, zu kämpfen und seinen Weg zu gehen», beschreibt Willi Suter, warum er Heli seine eigenen Biberli vorbeibrachte.

Die völlig andere Welt ist entspannend

Der ehemalige Verwaltungsratspräsident der Pistor in Rothenburg hat auf dem Heimweg nach VR-Sitzungen öfters Halt beim Imbiss gemacht und sich bei Kaffee und den «legendären Wienerli» mit Heli unterhalten. «Nach all den professionellen Gesprächen mit Vorgaben und Richtlinien ist diese völlig andere Welt auf der A2 für mich entspannend. Heli und ich verstehen uns gut, wir pflegen eine respektvolle, lose Beziehung», betont Suter.

Doch er hat nicht nur lobende Worte für den Imbiss-Betreiber. Bei seinen Fahrstunden für die LKW-Prüfung – Suter wollte als Chef von zahlreichen Pistor-Chauffeuren etwas von Lastwagen verstehen – habe er auf dem Rastplatz «Sichern am Berg» geübt. Der ehemalige Chauffeur Heli habe gerne seinen Kommentar dazu abgegeben, sagt Suter lachend. Wenn's Heli nicht gerade die Sprache verschlägt, gibt er halt seinen Senf dazu. Das ist sein Job.