Kolumne
Der Töggelikasten fehlt: Warum unserem Praktikanten das Homeoffice manchmal schwer fällt

Zu Hause arbeiten? Für Pascal Linder ist das kein grundsätzliches Problem. Doch er benennt auch klare Nachteile.

Pascal Linder
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Pascal Linder.

Pascal Linder.

Bild PD

Seit gut zwei Wochen arbeite ich mittlerweile im Homeoffice in Küssnacht. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich gerade auf dem Balkon und trinke ein Glas frischgepressten Orangensaft. Die Glas­front lasse ich morgens noch geschlossen, so bleibt es noch etwas wärmer. In einigen Minuten findet die morgendliche Telefonkonferenz mit den Redaktionskollegen statt. Mein Blick wandert zwischendurch weg vom Laptop, die Aussicht auf die Rigi ist viel zu schön.

In der Mittagspause setze ich mich an den gedeckten Tisch und esse gemeinsam mit der Familie – Home Office hat schon seine Vorzüge. Nach der Arbeit mache ich meistens noch etwas Sport. Für das Home-Workout brauche ich mich nicht mehr umzuziehen, denn im Homeoffice trage ich oft schon Sportshorts und Shirt.

Ganz so rosig wie das jetzt tönt ist es aber nicht. Als Praktikant bin ich immer froh, wenn ich kurz die Arbeitskollegin oder den Arbeitskollegen um einen Rat fragen kann. Dies funktioniert grundsätzlich auch im Homeoffice, doch im direkten Austausch im Büro ging das wesentlich einfacher.

Dann wäre noch das Problem mit dieser Baustelle: Selbst bei geschlossenen Fenstern werde ich an meinem Schreibtisch immer wieder daran erinnert, dass gerade ein Haus auf der gegenüberliegenden Strassenseite abgerissen wird. Auch sonst ist es manchmal etwas schwierig, die Konzentration hoch zu halten.

Etwa wenn sich meine Katze mal wieder bemerkbar macht, indem sie mitten über meinen Schreibtisch läuft. Oder wenn meine Schwester Klavier spielt. Nun ja, ich will damit nicht sagen, dass sie das Klavierspiel nicht beherrscht. Aber für meine Konzentration wäre es förderlich, wenn ich nicht an ihrem Skype-Musikunterricht der Pädagogischen Hochschule teilhaben müsste. Gestern Abend kramte ich schliesslich den Pamir aus meiner Militärtasche im Keller – meine Vorbereitung auf künftige Klavierkonzerte.

Nicht zuletzt fehlen mir die lebhaften Tischfussball-Partien auf der Redaktion. Oft spielen wir nach dem Mittagessen eine Runde am Töggelikasten. Im Homeoffice bietet sich höchstens eine kurze Runde Fifa auf der Playstation an – eine fade Alternative.