Kolumne
«U20»: Der Wert meiner Bilder

Jasmin Arnold, Schülerin an der Kantonsschule Willisau, macht sich Gedanken, wozu wir Fotos brauchen aber auch reine Erinnerungen.

Jasmin Arnold, 18 Jahre, Kantonsschule Willisau
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Wie oft sehen Sie sich Ihre Fotos an? Die Sammlungen auf dem Smartphone, dem Computer. Die Kiste im Schrank, die alten Fotoalben. Tausende Bilder befinden sich auf meinem Smartphone. Mindestens einmal pro Woche stöbere ich in diesem Erinnerungsschatz.

Wieso tue ich das? Fotografien lassen Augenblicke wieder aufleuchten. Sie stellen Verbindungen zu inneren Bildern her, die sonst immer weiter nach hinten rutschen würden. Sie lassen mich einen Moment innehalten, Fragmente vergangener Tage erinnern und dankbar werden.

Es soll kein falscher Eindruck entstehen: Von übermässigem, gedankenlosem Fotografieren halte ich nämlich nichts. Es gibt Momente, die sollten erlebt und nicht fotografiert werden. Dazu gehören fast alle wirklich bedeutsamen Momente meines Lebens. Diese sind nicht in physischen Bildern festgehalten.

Fotografien an sich spielen aber eine wichtige Rolle für mich: Seit drei Jahren fotografiere ich sehr begeistert mit meiner Spiegelreflexkamera. Diese Bilder entstehen, weil ich festhalten möchte, wie ich die Welt sehe. Die digitalen Favoriten aus jener Sammlung hole ich mir fortlaufend in die reale Welt: Fotobuch, grossformatig an der Wand, Zusammenstellungen aus kleinformatigen Digitalfotos, Fotosticker, Erinnerungsbuch.

Ich möchte Ihnen nahelegen, Ihr technisches Gerät nach einigen geschossenen Bildern wieder aus der Hand zu legen und mitzuerleben, was gerade festgehalten wurde. Das ergibt im besten Fall sogar eine Fotografie und eine Erinnerung. Bilder, die bleiben werden – damit man gelegentlich zurückblicken kann, bevor das Leben im Moment wieder weitergeht.

Hinweis: In der Kolumne «U20» äussern sich Kantonsschüler zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.