Kolumne
«U20»: Wenn Schlachthäuser Glaswände hätten ...

Die Surseer Kantonsschülerin Leya Manacchini über das (un)bewusste Einkaufen.

Leya Manacchini, Schülerin Kanti Sursee
Leya Manacchini, Schülerin Kanti Sursee
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«If slaughterhouses had glass walls, everyone would be vegetarian.» Dieser Gedanken anregende Satz (zu Deutsch: Wenn Schlachthäuser Glaswände hätten, wären alle Vegetarier) stammt vom Sänger Paul McCartney. Wie viel Wahrheit steckt wohl in seinen Worten?

Waren Sie heute schon einkaufen? Vielleicht sogar in der Fleisch- und Fischabteilung? Die vakuumierten Poulet-Packungen, gefrorenen Fischstäbchen und Landjäger, die man dort aus dem Kühlregal nehmen kann, haben äusserlich wenig mit dem Tier gemein, von welchem sie stammten.

Auch die Werbung zeigt einem nur das Supermarktprodukt und teilweise noch die glücklich grasende Kuh. Doch der Schritt, wie denn die grasende Kuh sich zum Hackfleisch «entwickelt», wird ausgelassen. Ich jedenfalls habe noch nie gesehen, dass der Schlachtprozess in der Werbepause zwischen den Abendnachrichten und der nachfolgenden Wettervorhersage eingespielt wird.

Blick in die Zerlegerei einer Metzgerei.

Blick in die Zerlegerei einer Metzgerei.

Symbolbild: Keystone

Scheinbar befürchten die Hersteller, dass die Bilder von blutigen Tierleibern die Kunden abschrecken könnten und uns daher lieber die weidende Kuh in der Werbung zeigen. Dadurch erhält der Konsument ein verqueres Bild vom Fleisch, das wenig über das Produkt, das wir essen, aussagt. Gibt man das Stichwort «Schlachthof» in die Suchmaschine ein, erscheinen jene Bilder, an die Paul McCartney bei seinen Worten wohl gedacht hat. Denken Sie, dass diese Bilder die glücklich grasende Kuh zeigen?

Ich bin überzeugt, dass viele Leute einen grossen Bogen um die Fleischabteilung machen würden, wären die Bilder des Schlachtprozesses, der bewiesenermassen Stress und Leid der Tiere verursacht, in den Köpfen der Leute präsent. Oder es liesse sie zumindest mit Bewusstsein ins Fleischregal greifen.

Und, gehen Sie heute einkaufen? Vielleicht sogar in den vielfältigen veganen Abteilungen?

In der Kolumne «U20» äussern sich Kantonsschüler zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.