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KOLUMNE: Watte statt Orangen

«Der Regent» ist ein höchst fiktiver Zunftmeister einer ebenso fiktiven Zunft in einem noch fiktiveren Ort auf der Luzerner Landschaft. Er berichtet in dieser Kolumne über seine Fasnachtserlebnisse. Fiktive, natürlich.
Kanton@luzernerzeitung.ch

Freitag, 7.30 Uhr: Tagwach. Der erste Höhepunkt der Froschbacher Fasnacht. Ich, Kunibert LXVIII., hochwohllöblicher Zunftmeister der Bachneun­augen-Zunft, war da voll in meinem Element. Obwohl ich an unserer uralten, 39-jährigen Tradition heuer ein paar kleine Änderungen vornehmen musste.

Rückblende: Die letzte Tagwach artete ein klein wenig aus. Einige hochwohlgeborene Zünfter haben die Orangenschlacht etwas zu wörtlich genommen, insbesondere unser damaliger Zunftmeister Eberhard LXVII. Erstes Opfer war der hochwohlgeborene alt Zunftmeister Munibert, den eine eberhardsche Orange hinterrücks vom Podium stürzte. Danach ging es erst richtig los: Scheiben gingen zu Bruch, jeder bewarf jeden. Blut(-Orangen)-Spuren an den Fassaden des Froschbacher Dorfplatzes zeugen noch heute vom Chaos. Kostenpunkt für die Zunft: Mehrere 10 000 Franken. Da blutet das Buchhalterherz.

So gings natürlich nicht weiter. Mit dem Beizug eines Crowd-Mänätschers hat die hochwohllöbliche Neunaugen-Zunft reagiert und dessen einfachen, aber effektiven Massnahmen heuer umgesetzt: Verschiebung der Tagwach auf Freitag, nur noch maximal 70 Leute gleichzeitig auf dem Dorfplatz, und statt Orangen werden Wattebällchen geworfen, die nur gegen Vorlegen eines Ausweises abgegeben werden. Ein Depotsystem sorgt dafür, dass die Watte nach dem Wurf nicht einfach auf dem Boden liegen bleibt. Eine Massnahme der «fasnächtlichen Organisationsentwicklung» 17 (FOE 17)!

Es war ein voller Erfolg: So geordnet und sauber verlief wohl noch keine Tagwach in Froschbach. Unserem rüüdig verreckten Motto «Make Froschbach great again!» wurden wir damit mehr als gerecht: Haben die Neunaugen – und insbesondere ich, Kunibert LXVII. –, damit doch einen neuen Massstab für Froschbacher Grossveranstaltungen gesetzt. Das soll uns der Turnverein erst mal nachmachen! Und, ganz unter uns: Watte ist deutlich günstiger als Orangen – das freut das Zunftmeister-Portemonnaie ...

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