Komitee ergreift Referendum gegen die Pilatus-Arena und Hochhäuser in Kriens

Das neu gegründete Komitee «Weniger ist mehr» sammelt Unterschriften, um den Bau der Pilatus-Arena zu verhindern. Die Zeit ist allerdings knapp.

Stefan Dähler
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Geplantes Bauareal für die Pilatus-Arena in Kriens.

Geplantes Bauareal für die Pilatus-Arena in Kriens.

Bild: Pius Amrein (Kriens, 25. Juni 2020)

Im Krienser Einwohnerrat wurde sie Ende Juni klar gutgeheissen. Nun droht doch noch politisches Ungemach für die Pilatus-Arena. Das neu gegründete Komitee «Weniger ist mehr» ergreift das Referendum gegen den für das Projekt nötigen Bebauungsplan und die Teilzonenplanänderung. Vorgesehen sind eine Sporthalle mit Platz für 4000 Personen und zwei Hochhäuser, davon eines 110 Meter hoch.

Federführend beim Komitee sind die ehemaligen Chance­-21-Politiker Viktor Rüegg und Peter Mattmann sowie Bruno Amrhein, der im Frühling für die GLP für den Einwohnerrat kandidiert und die Wahl knapp verpasst hat. Die Zeit drängt, denn die Sammelfrist endet am 24. August – 60 Tage nach dem Einwohnerratsentscheid. «Es wird schwierig, die nötigen 500 Unterschriften zu sammeln», sagt Rüegg. Wegen des Coronavirus verzichte man auf Standaktionen. «Wir planen nun einen Postversand in alle Haushalte. Das kostet etwas, aber wir müssen es so ver­suchen.»

Kritik an den Dimensionen des Projekts

Auf dem Unterschriftenbogen führt das Komitee seine Argumente auf. So sei das 110-Meter-Hochhaus zu hoch, der Beirat Städtebau habe 50 Meter empfohlen. Weiter befürchten sie Verkehrsprobleme. Die Halle sei für den Handballclub Kriens-Luzern viel zu gross. Ebenfalls kritisiert wird, dass die Stadt Kriens an der Pilatus-­Arena AG nicht beteiligt ist und so keinen Einfluss ausüben kann.

Stutzig macht eine Formulierung, in der es darum geht, dass die Halle der Betreibergesellschaft gratis übertragen werden soll. «Die finanziell ohnehin angeschlagene Stadt Kriens ‹verschenkt› also den ganzen Wert der Sporthalle von 39 Millionen Franken.» Diese Aussage könnten eilige Leser so verstehen, dass die Stadt die Halle mitfi­nanziert – was nicht zutrifft. Ist diese Formulierung irreführend? Rüegg findet nicht: «Wir erklären danach, dass der Mehrwert gemeint ist, der durch die öffentliche Planung und Umzonung entsteht.» Dieser beläuft sich auf rund 28 Millionen. Der Rest werde durch Beiträge seitens Bund, Kanton und Swisslos-Lotterie­erträgen gedeckt. Dass die Investoren der Stadt eine Mehrwertabgabe von 5,7 Millionen bezahlen, ändere daran nichts.

Pilatus-Arena-Initiant ist enttäuscht

Nick Christen, CEO des HC Kriens-Luzern und Initiant der Pilatus-Arena, ist enttäuscht über das Referendum – besonders, weil das Komitee mit
Unwahrheiten argumentiere. «Ohne Halle würde das Über­leben für uns schwierig, wir haben infrastrukturell grösste Probleme und können den Sponsoren in den Turnhallen keinen Gegenwert bieten.» Auch wenn die Arena vom Volk angenommen würde, wäre die Verzögerung durch eine Abstimmung problematisch. «Wir erfüllen die Auflagen für Europacup-Spiele nicht und sind möglichst schnell auf die neue Halle angewiesen.»

Zur Kritik an den 4000 Plätzen sagt Christen: «Für lokale Vereine ist das sicher gross, doch in den Playoffs oder bei Nati-Spielen füllen wir die Halle. Und wie wir immer gesagt haben, profitieren auch andere Vereine und Veranstalter von der Halle. Deshalb wird sie auch von Bund und Kanton unterstützt.» Weiter weist er darauf hin, dass der
FC Luzern und der SC Kriens bereits eine neue Infrastruktur erhalten haben. «Der Hallensport dagegen darbt in der Zentralschweiz seit Jahrzehnten.»

So könnte die Überbauung mit zwei Hochhäusern und Sporthalle aussehen.

So könnte die Überbauung mit zwei Hochhäusern und Sporthalle aussehen.

Visualisierung: Büro Raumgleiter
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