Kommentar
Airbnb nicht mit der Giesskanne bekämpfen

Die Stadt Luzern will die Schraube gegenüber kommerziellen Kurzzeitvermietern anziehen. Doch an der Ausgestaltung der neuen Regeln sollte sie noch etwas feilen.

Robert Knobel
Robert Knobel
Merken
Drucken
Teilen

Airbnb und ähnliche Angebote sollen in Luzern stärker reguliert werden. Ein erster Schritt wurde kantonsweit 2020 getan – seither werden bei jeder Airbnb-Buchung Kurtaxen abgebucht. Nun will die Stadt Luzern auch die Zahl der Anbieter begrenzen: Pro Quartier sollen maximal 2 Prozent der Wohnungen für kommerzielle Kurzzeitvermietung genutzt werden. Das schlägt der Stadtrat vor. Zudem brauchen professionelle Anbieter künftig eine Lizenz. Dass es eine Regulierung braucht, ist unbestritten. Doch ist es wenig sinnvoll, das ganze Stadtgebiet denselben Regeln zu unterwerfen. So droht etwa der Altstadt auf Jahre hinaus ein Airbnb-Stopp, weil dort die 2-Prozent-Grenze bereits jetzt überschritten ist. Dass in der Altstadt Wohnraum auf Kosten der Einwohner vernichtet wird, ist aber sicher nicht die Schuld von Airbnb. Der Grund ist vielmehr der starke Fokus auf Shopping und Tourismus, der an einer solch zentralen Lage aber auch normal ist. Am wirkungsvollsten ist die neue Regelung wohl in der Neustadt, wo sich ohne Gegenmassnahmen touristische Vermietungen im grossen Stil breitmachen könnten – auf Kosten des regulären Wohnungsmarkts.

Definitiv zu weit geht die radikale Forderung der SP, welche die Kurzzeitvermietung als Geschäftsmodell faktisch verbieten würde. Denn dieses ist ja nicht per se schlecht – und entspricht einem zunehmenden Bedürfnis. Das wissen nicht zuletzt all diejenigen Luzernerinnen und Luzerner, die selber gerne solche Angebote buchen, wenn sie in die Ferien gehen.