Kommentar
Bei medizinischen Notfällen ist die Distanz zentral

Die geplante Angebotsanpassung am Spital Wolhusen sorgt für Verunsicherung. Das ist vor allem in Bezug auf die Notfallversorgung verständlich. Denn hier können Minuten entscheidend sein.

Roseline Troxler
Roseline Troxler
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l Die Medizin entwickelt sich rasant und ermöglicht, immer komplexere Krankheiten zu behandeln. Doch diese Entwicklung hat ein Preisschild. Jährlich geben wir in der Schweiz mehr für die Gesundheitsversorgung aus. Der Kostendruck ist gross, Spitäler müssen ihr Angebot in der Folge ökonomischer ausrichten. Das ist gerade für kleinere Spitäler eine grosse Herausforderung.

Exemplarisch zeigt sich das beim Spital Wolhusen. Am Standort soll festgehalten werden – aber mit einer stark eingeschränkten Leistung. Zwar sollen gewisse Disziplinen wie die Orthopädie als Schwerpunkte angeboten werden. Andernorts sind aber drastische Einschnitte geplant. Die Rede ist von einem Abbau der Notfallversorgung in der Nacht oder einer Streichung der Intensivpflegestation.

Dass Regierung und Spitalrat das Angebot in Wolhusen überdenken, ist zwingend. Es ist aber verständlich, dass die Pläne im Einzugsgebiet für Ängste sorgen. Was nützt es einer Entlebucherin, wenn sie einen elektiven orthopädischen Eingriff in Wolhusen durchführen kann, bei einem nichtgeplanten Kaiserschnitt, bei dem die Minuten zählen, aber nach Luzern verlegt werden muss? Nicht alles Wünschbare wird künftig im Neubau Platz haben. Doch gerade bei Notfällen zählt die Distanz. Hier sollen keine Abstriche gemacht werden. Sonst droht bei der Gesundheitsversorgung eine krasse Ungleichbehandlung zwischen der Luzerner Stadt- und Landbevölkerung