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KOMMENTAR: Bypass: Chance für die Region

Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region Luzern, zum Bypass-Projekt in Luzern.
Robert Knobel
Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region.

Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region.

Der Bund gibt Gas. Schon in vier Jahren soll das Projekt Bypass Luzern baureif sein. Die wichtigsten Vorteile, auch für die ganze Region, sind weniger Stau auf der A14, neue Umfahrungsmöglichkeiten der Innenstadt und neue Busspuren zwischen Kriens und Luzern.

Es ist erfreulich, dass der Bund ein Zentralschweizer Verkehrsprojekt derart prioritär behandelt. Das ist man sich von den harzigen Verhandlungen beim Tiefbahnhof nicht gewohnt. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Der Tiefbahnhof, den Luzern sofort mit Handkuss nehmen würde, hat in Bern einen schwereren Stand als Bypass und Spange Nord, die hier teils auf massiven Widerstand stossen. So gehen die Vorstellungen über eine siedlungsverträgliche Linienführung noch immer weit aus­einander. Kriens fordert eine vollständige Überdachung der neuen Autobahn südlich des Sonnenbergtunnels. Und die Stadt besteht auf einer weitgehend unterirdischen Linie des Zubringers Spange Nord. Es gilt als sicher, dass Anwohner und Politiker die Projekte in der heutigen Form mit allen Mitteln bekämpfen würden.

Wenn der Bund nicht jahrelange Rechtsstreitigkeiten und Verzögerungen in Kauf nehmen will, muss er die Forderungen ernst nehmen. Ein Architekturwettbewerb für die Gestaltung des Tunnelportals in Kriens ist zwar gut gemeint, das reicht aber nicht. Bewegen müssen sich auch Kanton und Stadt Luzern, die wegen der Nordumfahrung im Clinch sind: der Kanton, indem er den Zubringertunnel verlängert, die Stadt, indem sie die Fluhmühlebrücke akzeptiert. Hier ist eine Einigung besonders dringend, weil andernfalls das ganze Projekt Bypass blockiert bleibt. Und das wäre eine vertane Chance.

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

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