Kommentar Chefsache
Dem Krieg zum Trotz: Ihnen allen fröhliche, friedliche Ostern!

Dürfen wir überhaupt Ostern feiern, obwohl doch so nah der sinnlose, todbringende Ukraine-Krieg tobt? Ja, auf jeden Fall. Denn wenn wir das Leben nicht mehr feiern dürften, fehlte uns die Kraft, gegen die Abgründe dieser Welt antreten zu können.

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Ostern und Schoggihasen - für Kinder eine natürliche Beziehung beim höchsten christlichen Kirchen- und Friedensfest. Im Bild: Hasenproduktion in der Conditorei/Café Amrein in Willisau, wo der Nachwuchs mit anpacken durfte.

Ostern und Schoggihasen - für Kinder eine natürliche Beziehung beim höchsten christlichen Kirchen- und Friedensfest. Im Bild: Hasenproduktion in der Conditorei/Café Amrein in Willisau, wo der Nachwuchs mit anpacken durfte.

Bild: Boris Bürgisser (Willisau, 6. April 2022)

«Der Krieg ist eine Verrücktheit, ein Monster, ein Krebsgeschwür, das sich von selber ernährt – ja, der Krieg ist ein Sakrileg!» Papst Franziskus verabscheut den Ukraine-Krieg. Und dennoch tut er sich schwer damit. Er nennt Kriegstreiber Putin nicht beim Namen, er hält eine Einladung zum Besuch von Kiew pendent. Wenn selbst die vatikanische Diplomatie in einem Dilemma steckt, so ist das auch nur Ausdruck einer Verzweiflung. Wie nur kann man zu einem derart verblendeten und kaltblütigen Autokraten wie Putin durchdringen?

Zweifel und Unsicherheit stecken wohl auch in uns allen. Dürfen wir denn überhaupt Ostern feiern, ein gutes Essen geniessen, es uns an diesem Frühlingsfest gut gehen lassen? Obwohl doch so nah ein so sinnloser, todbringender Krieg tobt? Auch wenn das derzeit natürlich besonders herausfordernd ist: Ja, das dürfen und sollen wir. Denn solche Widersprüche gibt es immer wieder. Wenn wir aber das Leben deswegen nicht mehr feiern dürften, ob an Ostern oder bei vielen anderen Gelegenheiten, dann würde uns die Kraft fehlen, um gegen die Abgründe und Schicksale dieser Welt antreten zu können.

Ostern feiern können wir auch für die unzähligen ukrainischen Flüchtlinge. Viele von ihnen haben in unserem Land ein temporäres Zuhause gefunden. Wir dürfen zumindest probieren, gerade auch ihnen in diesen schwierigen, traurigen Zeiten ein Stück Lebensfreude zu vermitteln.

Ihnen allen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich fröhliche, friedliche Ostern!

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