Kommentar «Chefsache»
Spital braucht Finanzspritze

Das Pandemiejahr 2020 ist abgerechnet, in der Kasse des Luzerner Kantonsspitals fehlen über 53 Millionen Franken. Das Finanzloch ist happig, da gewaltige Investitionen in Neubauten anstehen. Darum ist klar: Der Kanton Luzern als Eigner muss den Verlust decken. Schliesslich hatte die Staatskasse seit 2012 Dividenden in der Höhe von 100 Millionen verbucht.

Jérôme Martinu, Chefredaktor
Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Der Hauptstandort des Luzerner Kantonsspitals (LUKS).

Der Hauptstandort des Luzerner Kantonsspitals (LUKS).

Bild: Patrick Huerlimann (Luzern, 18. November 2019)

Es ist ganz einfach: Spitäler verdienen mit Operationen und Behandlungen Geld. Und sie brauchen ordentlich viel davon. Daran ist nichts Anrüchiges, denn Spitäler müssen ihren laufenden Betrieb finanzieren und Investitionen in Medizin und Infrastruktur tätigen können. Schliesslich erwarten wir alle als potenzielle Patientinnen und Patienten im Spital im Not- oder Krankheitsfall eine bestmögliche Versorgung – stationär oder ambulant. Wohlverstanden: Wir reden hier allein von der betriebswirtschaftlichen Dimension. Die gesundheitspolitische Debatte betreffend die zu hohen Kosten unserer medizinischen Versorgung, die steht auf einem anderen Blatt.

Vor diesem Hintergrund ist es nur verständlich, dass der Verlust von über 53 Millionen Franken im letzten Jahr für die mit Abstand grösste medizinische Einrichtung in der Zentralschweiz schwer verdaulich ist. Wegen der Pandemie ist dem Luzerner Kantonsspital (Luks) an seinen drei Standorten viel Umsatz weggebrochen. Allein während der ersten Welle waren es 40 Millionen. Das Spital braucht aber jährlich Überschüsse, um die ausgelösten Neubauprojekte für rund 1 Milliarde Franken finanzieren zu können.

Das Luks hofft nun, dass der Kanton Luzern als Eigner der Spital AG das Defizit deckt. So wie das andere Kantone mit ihren Spitälern auch machen. Nachdem die Staatskasse in den letzten acht Jahren 100 Millionen (sic!) an Dividenden garnierte, ist das alternativlos. Hoffentlich sehen Regierung und Parlament das auch so.