Kommentar
Die leeren Läden in der Luzerner Altstadt bieten neue Perspektiven

Der Detailhandel ist in der Krise, was sich nun auch in der Luzerner Altstadt zeigt. Folge: Die Mieten sinken – was wiederum dem Detailhandel nützt.

Christian Peter Meier
Christian Peter Meier
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Ein Ladenlokal am Weinmarkt steht leer.

Ein Ladenlokal am Weinmarkt steht leer.

Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 02. März 2021)

Man wird von Altdorf bis Zug niemanden beleidigen, wenn man die Luzerner Altstadt als attraktivste Einkaufszone der Zentralschweiz bezeichnet. Sie ist gross und pittoresk und hat – trotz eines gewissen Überhangs an Uhren- und Schmuckgeschäften – einen vielfältigen Branchenmix zu bieten. Kein Wunder, sass lange auf einer Goldgrube, wer hier eine Liegenschaft sein Eigen nennen darf.

Doch die Zeiten ändern sich: Selbst an dieser einmaligen Lage reisst der (erst recht in Coronazeiten) boomende Onlinehandel allmählich Löcher in die einst geschlossenen Schaufensterfluchten. Die ausbleibenden Touristen verstärken den Effekt. An bester Lage stehen Läden leer und sind nur noch mit Mühe zu vermieten. Die Quadratmeterpreise sind markant am Sinken und laut Experten «Verhandlungssache» – was auch bei Mietern ohne Kündigungsabsichten Begehrlichkeiten wecken dürfte …

Der noch vor wenigen Jahren überhitzte Markt ist also daran, sich selbst zu regulieren. Dies ist letztlich eine gute Nachricht, zumindest für den Detailhandel. Denn dank tieferer Mieten kann dieser einen Teil der sinkenden Einnahmen kompensieren und so hoffentlich Oberwasser behalten. Kommt hinzu, dass die Luzerner Altstadt für weniger umsatzstarke Läden und für Geschäfte mit neuen, noch unerprobten Konzepten eine bezahlbare Adresse zu werden verspricht.

Für all jene, die gerne neugierig und mit offenen Augen durch die Welt und die Ladengassen gehen, sind dies schöne Aussichten.