Kommentar

Die Streichung der Sonntagsverkäufe in der Stadt Luzern wird kaum Wirkung zeigen

Der Luzerner Stadtrat hätte sich mit anderen Gemeinden absprechen sollen statt den Alleingang zu wagen. Denn ein rein lokales Verbot des Sonntagsverkaufs schadet dem Gewerbe mehr, als dass es gegen die Pandemie nützt.

Beatrice Vogel
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Beatrice Vogel

Beatrice Vogel

Damit die Sonntagsverkäufe in der Stadt Luzern nicht zu Superspreader-Events werden, hat der Stadtrat einen unpopulären Entscheid gefällt: Er hat die Sonderöffnungen an zwei ­Sonntagen gestrichen. Für den Detailhandel ein harter Schlag, ist doch Weihnachten die umsatzreichste Zeit.

Ansteckungen sollen vermieden werden, damit hat der Stadtrat recht. Und auch damit, dass die Stadt in der Weihnachtszeit ein Magnet für die Bevölkerung aus der ganzen Region ist – gerade was Shopping angeht. Allerdings dürfte die Massnahme wenig Wirkung zeigen: Die Zentralschweiz ist zu kleinräumig, die Bevölkerung zu mobil, als dass sie nicht auf andere Orte ausweichen könnte – etwa auf das Emmencenter, die Mall, den Länderpark, in die Städte Sursee oder Zug. Dort sind dafür umso mehr Kundinnen und Kunden zu erwarten, was die Ansteckungsgefahr erhöht.

Der Stadtrat wäre besser beraten gewesen, hätte er die Massnahme mit anderen Gemeinden, dem Kanton oder im Idealfall gar mit Behörden aus der ganzen Zentralschweiz ­koordiniert. Denn sie kann die ­beabsichtigte Wirkung nur richtig entfalten, wenn ein Ausweichen wirklich mühsam ist. Ein rein lokales Verbot schadet dem Gewerbe mehr, als dass es gegen die Pandemie nützt. Nun kann der Stadtrat lediglich darauf hoffen, dass die Luzerner sich seine gute Absicht zu Herzen nehmen und werktags lokal einkaufen – und darauf, dass er am Freitag Rücken­deckung vom Bundesrat erhält.