Kommentar
Es ist zu hoffen, dass der Biotrend bleibt

Steigende Nachfrage und mehr Ertrag: Immer mehr Landwirte stellen auf Bio um. Die einheimische Landwirtschaft verdient Unterstützung.

Christopher Gilb
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Biolandwirt Thomas Wigger melkt seine Kühe.

Biolandwirt Thomas Wigger melkt seine Kühe.

Bild: Pius Amrein (Willisau, 23. Februar 2021)

Die aktuelle Zeit ist eine aussergewöhnliche, auch für die Milchbranche. Geschlossene Restaurants, Einbruch des Einkaufstourismus und Homeoffice, aber auch ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein haben unter anderem dazu geführt, dass in der Schweiz mehr Biobutter und Biomilch konsumiert wird. Das freut jene Zentralschweizer Milchbauern, die ihren Betrieb auf Bio umgestellt haben und nun früher als angenommen ihr Produkt zu einem höheren Preis verkaufen können. Normalerweise gibt es eine Wartefrist, weil die Zahl der Biomilchbetriebe noch schneller wächst als die Nachfrage nach deren Erzeugnissen.

Für einige Zeit mussten die Biomilchbauern also ihre Milch weiterhin in den konventionellen Kanal geben, mit tieferer Vergütung. Das ist nicht mehr der Fall. Einen Wermutstropfen gibt es aber. Weil vor allem die Nachfrage nach Biobutter stark ist, wird ein saftiger Deklassierungsbeitrag erhoben. Trotzdem erhalten die Biobauern immer noch mehr, als wenn sie auf der Warteliste gelandet wären. Das ist grundsätzlich eine gute Entwicklung für die hiesige Milchbranche.

Die Frage ist nun, was passiert, wenn die Pandemie vorbei ist und sich Zentralschweizer Konsumentinnen und Konsumenten zum Beispiel wieder problemlos im Ausland mit Biolebensmitteln eindecken können. Die einheimische Landwirtschaft und deren Bestrebungen für nachhaltige Produkte verdient Unterstützung. Darum ist zu hoffen, dass der Trend bleibt oder sogar an Fahrt gewinnt.