Kommentar
Frauen in Leitungsgremien: Luzerner Kantonsrat macht zu Recht mehr Druck

Die Luzerner Volksvertreter verlangen eine mindestens 30-prozentige Vertretung der Frauen in den Leitungsgremien des Luzerner Kantonsspitals und der Psychiatrie. Damit wird der Druck auf die Regierung, das Anliegen ernster zu nehmen, erhöht. Das ist richtig so.

Lukas Nussbaumer
Lukas Nussbaumer
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Betriebe, an welchen der Kanton Luzern beteiligt ist, sollen von Gremien geleitet werden, in denen beide Geschlechter mit mindestens rund 30 Prozent vertreten sind. Diese Quote wurde vom Kantonsrat schon 2017 beschlossen – ist aber längst nicht überall umgesetzt. Auch nicht beim Luzerner Kantonsspital, wo die Geschäftsleitung aus 13 Männern und 2 Frauen besteht, der Spitalrat aus 9 Männern und 3 Frauen. Damit wird der angestrebte Frauenanteil in beiden Leitungsorganen nicht erreicht.

Am Montag nun hat der Luzerner Kantonsrat dieser «Frauenquote light» noch einmal Nachdruck verschafft – indem er die erwähnte Geschlechtervertretung im Beschluss über die ersten Statuten der Luzerner Kantonsspital AG und der Luzerner Psychiatrie AG festhielt. Dies gegen den Willen der Regierung und von CVP und SVP, die im 120-köpfigen Parlament nun für keine Mehrheiten mehr sorgen können.

Vollkommen Feuer und Flamme für das Thema war der bürgerlich dominierte Kantonsrat dann aber doch nicht. Er lehnte eine von der GLP geforderte zeitnahe Umsetzung der angestrebten Quote von 30 Prozent deutlich ab. Dennoch ist das am Montag gesetzte Zeichen ein starkes: Die Regierung muss sich stärker anstrengen, um das 2017 erstmals postulierte und nun explizit für das Spital und die Psychiatrie wiederholte Anliegen einer angemessenen Frauenvertretung zu erfüllen. Zu Recht, wie das Beispiel des Spitals zeigt.