Kommentar

Gastrobranche braucht schneller Hilfe – und vor allem mehr davon

Die erneute behördliche Schliessung der Gastronomie trifft die Branche hart. Ob in der Stadt oder auf dem Land: Die Parteien müssen den Regierungen Beine machen. Sonst ist es für viele Beizer zu spät.

Roman Hodel
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Roman Hodel

Roman Hodel

Bild: LZ

Feierabendbier im «Kreuz» oder Cordon bleu im «Rössli»? Geht ab Dienstag nicht mehr. Und ein Gin-Tonic im Club? Das ist schon länger vorbei. Entbehrungen, die wir alle in Kauf nehmen, um der Pandemie irgendwie beizukommen. Nur: Es geht ja nicht nur um unseren Genuss, sondern insbesondere um Hunderte, ja Tausende Arbeitsplätze. Viele davon stehen auf dem Spiel. Jetzt so sehr wie noch nie während dieser ganzen Krise.

Zwar kündigt die Politik ein Hilfspaket nach dem anderen an. Doch für viele kommen die Härtefallentschädigungen zu spät. Sie brauchen kurzfristig Unterstützung, hier besteht Handlungsbedarf. Und es sind zusätzliche Massnahmen nötig. Der Mieterlass für Restaurants und Läden ist ein praktikabler Ansatz. Zwar sind manche Vermieter ihren Mietern bereits entgegengekommen. Doch für jene, die bislang zögern, wäre ein Modell, das die Miete zu je einem Drittel zwischen Vermieter, Mieter und Staat aufteilt, bestimmt ein Anreiz. Zumal die Zentralschweiz in dieser Frage nicht einmal vorangehen muss, sondern sich Anschauungsunterricht nehmen kann - nämlich beim Kanton Basel-Stadt.

In der Stadt Luzern haben sich fast alle Parteien zusammengerauft und machen dem Stadtrat mit einem dringlichen Vorstoss Dampf. Das ist gut. Noch besser wäre, wenn die gleichen Parteien dies auch auf kantonaler Ebene täten. Denn wir alle haben ein Interesse daran, dass es das «Kreuz» und das «Rössli» auch in Zukunft noch geben wird.