KOMMENTAR: Gewerbe schonen

Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region
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Die Krienser lehnen das revidierte Parkplatzreglement deutlich ab. Das ist eine Ohrfeige für den Gemeinderat, der in der Vorlage ein wirksames Mittel gegen die tägliche Verkehrsüberlastung sah. Sein Argument: Wenn Kriens nicht im Verkehrschaos versinken soll, darf die Zahl der Parkplätze nicht im bisherigen Tempo weiter zunehmen. Das Argument verfing offenbar nicht.

Die Gegner hingegen setzten mit Erfolg auf die Karte «Gewerbe». Wollen Krienser Gewerbetreibende eine Zukunft haben, brauchen sie genügend Parkplätze für Kunden- und Firmenfahrzeuge. Tatsächlich war es wenig einleuchtend, weshalb das Reglement selbst für periphere Gebiete deutliche Einschränkungen vorsah.

Viel weniger umstritten war das Parkplatzreglement dort, wo es Wohnbauten betrifft. Kein Wunder: Für viele Bauherren ist die Pflicht, für jede Wohnung mindestens einen Parkplatz zu bauen, eine finanzielle Last, auf die sie gerne verzichten würden. Eine allfällige Neuauflage des Parkplatzreglements müsste daher auf Wohnbauten zielen und das Gewerbe schonen. Vielleicht genügt es aber auch schon, die Freiwilligkeit zu stärken und einfach diejenigen Bauherren nicht mehr zu be­strafen, die weniger Parkplätze bauen wollen als vorgesehen.

Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region

robert.knobel@luzernerzeitung.ch