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KOMMENTAR: Hartnäckig weitersuchen

Alexander von Däniken, regionaler Chefreporter, zum DNA-Massentest.
Polizei-Fahndungsaufruf nach der Vergewaltigung am Tatort beim Dammweg in Emmen. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Polizei-Fahndungsaufruf nach der Vergewaltigung am Tatort beim Dammweg in Emmen. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Die Enttäuschung ist gross: 355 von 371 DNA-Proben waren negativ. Sie stimmten nicht mit der DNA jenes Mannes überein, der im Juli dieses Jahres eine 26-jährige Frau in Emmen brutal vom Velo gerissen und vergewaltigt hatte. Die Chance, dass es bei den aus­stehenden DNA-Proben eine Übereinstimmung gibt, ist klein.

War also die aufwendige Mas­senuntersuchung sinnlos? Immerhin sind schon 355 Männer unter Generalverdacht gestellt worden, der sich jetzt nicht erhärtet hat. Und die unter Verschluss gehaltenen Kosten dürften in ihrer Höhe einzigartig sein. Vor allem aber: Der Täter ist noch nicht gefasst.

Trotzdem war der erst zweite Massentest der Schweiz alles andere als sinnlos. Hätten Luzerner Staatsanwaltschaft und Polizei auf dieses Instrument verzichtet, müssten sie sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht alles in ihrer Macht Stehende getan zu haben, um den Täter zu fassen. Eine Beruhigungspille für Opfer und Bevölkerung also? Nein. Täter haben oft einen Bezug zum Tatort, wie die renommierte forensische Psychologin ­Henriette Haas ausführt. Dieser Bezug war für die Ermittler ein Kriterium, wer zum Test aufgefordert wird.

Nun müssen die Ermittler mit gleichem Elan weiterarbeiten. Darauf deutet hin, dass parallel zum Massentest bereits über 200 weitere Männer polizeilich überprüft worden sind. Und die Staatsanwaltschaft kündigt weitere Ermittlungsansätze an. Was es jetzt ebenfalls braucht, ist Geduld in der Bevölkerung, weiterhin Solidarität für das querschnittgelähmte Opfer und dessen Familie – sowie die Hoffnung, dass der Täter doch noch überführt und verurteilt wird.

Alexander von Däniken

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