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KOMMENTAR: Ist die Taufe passé?

Flurina Valsecchi über die Bedeutung der Taufe in der heutigen Zeit.
Flurina Valsecchi
Flurina Valsecchi

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Es ist noch gar nicht so lange her: Da war die Taufe in der Kirche so sicher wie der erste Schrei des Babys im Gebärsaal. Heute ist es anders: In der Stadt Luzern lag die Taufquote – der reformierten und der katholischen Kirche – im vergangenen Jahr bei gerade mal 37 Prozent. Auf dem Land sind die Zahlen höher – in Hochdorf zum Beispiel sind es 70 Prozent, aber auch da ist die Taufe keine Selbstverständlichkeit mehr.

Die Gründe sind vielseitig. Manche jungen Mütter und Väter haben keinen engen Bezug mehr zur Institution Kirche. Eigentlich schade, besonders für Familien gäbe es viele schöne Rituale – zum Beispiel die Taufe, der Weisse Sonntag (Katholiken) oder die Konfirmation (Reformierte). Doch diese haben an Bedeutung verloren. So haben die Kirchen nicht nur mit zahlreichen Austritten zu kämpfen, sondern müssen ihre Mitglieder aktiv anwerben. Der Taufschein ist kein Garant mehr für eine grosse Schar von Gläubigen.

Die Kirchen lockern deshalb ihre Aufnahmebedingungen. So muss man bei den Reformierten nicht mehr zwingend getauft sein, um eintreten zu können. Auch der Religionsunterricht hat sich gewandelt. Dieser besteht – trotz sich hartnäckig haltender Klischees – längst nicht mehr aus strengem Auswendiglernen von Bibelversen.

Vielmehr zeigen heute Katechetinnen und Katecheten ein grosses Engagement, um den Kindern – ob getauft oder nicht – religiöse Fragen auf eine altersgerechte und abwechslungsreiche Art zu vermitteln. In zunehmend säkularen Zeiten ist ihr Beitrag umso wichtiger: Denn die universalen Werte der christlichen Religionen bilden nichts weniger als die Grundlage unserer Gesellschaft und Kultur.

Flurina Valsecchi

flurina.valsecchi@luzernerzeitung.ch

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