Kommentar
Kinder sollen günstiger Bus fahren: Ein erfreuliches Zeichen der Mitbestimmung

Die Stadt Luzern prüft, den ÖV für Kinder und Jugendliche stark zu vergünstigen. Das ist auch ein Erfolg für das Kinderparlament.

Robert Knobel
Robert Knobel
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Busfahren soll für Kinder und Jugendliche deutlich billiger oder sogar ganz gratis werden. Diesen Willen hat das Luzerner Stadtparlament auf Anregung des städtischen Kinderparlaments kundgetan. Zumindest soll der Stadtrat entsprechende Möglichkeiten prüfen. Man kann sich tatsächlich fragen, weshalb Kinder bis 16 Jahre in Begleitung der Eltern gratis fahren dürfen, aber ein Ticket lösen müssen, sobald sie allein unterwegs sind.

Gerade in der Stadt müssen viele Kinder und Jugendliche regelmässig grosse Strecken zurück legen, um zu ihren Freizeitaktivitäten zu gelangen. Häufig kommt das Velo als Verkehrsmittel nicht infrage, weil es zu gefährlich wäre, allein die Stadt zu durchqueren. Der Bus wiederum ist vor allem bei regelmässiger Benutzung sehr teuer (ein Jahresabo kostet 610 Franken). Für etliche Familien ist dies Grund genug, auf die entsprechende Vereinsaktivität zu verzichten - oder die Kinder mit dem Auto hinzubringen. Eine vergünstigte oder kostenlose Benützung des ÖV auf Stadtgebiet könnte hier Abhilfe schaffen, wie das Parlament erkannt hat.

Der Entscheid des Stadtparlaments ist noch in anderer Weise bemerkenswert: Erstmals seit 2009 wurde wieder eine Forderung aus dem Kinderparlament vollständig überwiesen. Das Recht des Kinderparlaments, Vorstösse einzureichen, ist ein ungewohnt starkes Mittel der politischen Mitwirkung. Es ist erfreulich, dass die «Grossen» daraus zumindest ab und zu eine Mitbestimmung machen.