Kommentar
Neuer Standort für Luzerner Museen und Gerichtsmeile: Volk muss Entscheid fällen können

Die geplante Gerichtsmeile an der Reuss verändert die öffentliche Nutzung der historischen Gebäude fundamental. Es ist unabdingbar, dass das Volk über die Projekte entscheiden kann.

Dominik Weingartner
Dominik Weingartner
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Das Naturmuseum an der Reuss soll ins Zeughaus zügeln.

Das Naturmuseum an der Reuss soll ins Zeughaus zügeln.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 28. Januar 2021)

Der Luzerner Regierungsrat will zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Dem Kantonsgericht endlich einen zentralen Standort geben und das historische Zeughaus an der Museggstrasse einer sinnvollen Nutzung zuführen. Ohne Frage: Der Anspruch des Kantonsgerichts an einen zentralen Standort ist unbestritten. Es ist Zeit, dass in dieser Frage endlich etwas passiert.

Heikel ist aber der geplante Standort der beiden Gebäude an der Reuss, wo heute die beiden kantonalen Museen beheimatet sind. Sie sollen im Zeughaus zusammengelegt werden. Aus dem Naturmuseum soll ein Bürogebäude für das Gericht werden. Ein öffentlich zugänglicher Ort an zentraler Lage würde verschwinden. Das heutige Historische Museum soll für die Gerichtssäle genutzt werden und ist so in der Theorie zwar weiter öffentlich zugänglich. Aber mal abgesehen davon, dass es nur für wenige Personengruppen erstrebenswert ist, jemals einen Gerichtssaal zu betreten: Familien und Touristen werden kaum einen Museums- gegen einen Prozessbesuch tauschen.

Es schleckt keine Geiss weg: Das Zeughaus wird mit der zentralen Lage der bisherigen Museumsstandorte nie mithalten können - egal, welche Erschliessungsmassnahmen ergriffen werden. Die geplante Rochade der Regierung ist ein massiver Eingriff in die Nutzung von öffentlichen Gebäuden. Darum müssen die Projekte zwingend vors Volk.