Kommentar
Letzte Chance für Car-Kompromiss im Tourismus-Hotspot Luzern

Trotz gähnender Leere auf dem Schwanenplatz diskutiert Luzern weiter über den Massentourismus. Auch wenn die Debatte kaum vom Fleck kommt: Eine Alternative zum eingeschlagenen Weg gibt es nicht.

Robert Knobel
Robert Knobel
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Drohnenansicht auf den Schwanenplatz mit Touristencars

Drohnenansicht auf den Schwanenplatz mit Touristencars

Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 27. März 2019

Seit Jahrzehnten ist die Frage ungelöst, wie die Zentralschweizer Tourismushauptstadt Luzern mit den Reisecars umgehen soll. 2018 beschloss das Stadtparlament, eine grundsätzliche Auslegeordnung zu machen. Jetzt, drei Jahre später, liegen erste Erkenntnisse vor: Touristen sollen möglichst bequem zu den Sehenswürdigkeiten gelangen. Aber die Cars sollen in der Innenstadt möglichst wenig stören.

Nichts an diesen Erkenntnissen ist neu. Die ewige Debatte um die Cars ist keinen Schritt weitergekommen. Und das trotz der sage und schreibe 300'000 Franken, welche die Stadt für diesen «Strategieprozess» ausgibt.

Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region bei der Luzerner Zeitung.Fotografiert am 23.12.2019 in Luzern

Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region bei der Luzerner Zeitung.
Fotografiert am 23.12.2019 in Luzern

Dominik Wunderli

Dennoch glaubt die Stadt Luzern, dass diesmal alles gut kommt: Die Lösung der Car-Problematik wurde an eine externe Firma delegiert. Gleichzeitig wurden alle erdenklichen Interessengruppen ‒ vom Hotelverband bis zum WWF ‒ in den Prozess eingebunden. Was immer am Ende für Vorschläge herauskommen: Sie sollen nicht wie bisher ideologisch umkämpft werden, sondern auf nüchterner Abwägung basieren. Im besten Fall entstehen so endlich mehrheitsfähige Lösungen.

Doch die stark polarisierte Stadtluzerner Politik wird sich schwertun, Lösungsvorschläge zu akzeptieren, die nicht dem jeweiligen Gusto entsprechen ‒ selbst wenn sie von neutraler Stelle als Bestvariante empfohlen werden. Die städtischen Politiker sollten sich aber zusammenreissen. Es ist wohl die letzte Chance für einen Car-Kompromiss in Luzern.