Kommentar
Luzerner CVP lässt über den Parteinamen abstimmen – doch das Resultat wird wenig aussagekräftig sein

17'000 Mitglieder der Luzerner CVP stimmen darüber ab, ob sie mit dem neuen Namen «Die Mitte Kanton Luzern» einverstanden sind. Ein vom Komitee «Für das C» ins Spiel gebrachter Kompromissvorschlag schaffte es aber nicht auf den Abstimmungszettel. Sowieso: Am Schluss entscheiden die Delegierten, nicht die Mitglieder.

Dominik Weingartner
Dominik Weingartner
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Die Parteileitung der CVP des Kantons Luzern hat ein klares Ziel: Sie will ihren Mitgliedern einen neuen Parteinamen schmackhaft machen. Wie auf nationaler Ebene soll die Partei in ihrem Gründungskanton so schnell wie möglich «Die Mitte» heissen. Denn, so ist Parteipräsident Christian Ineichen überzeugt, von Luzern aus soll ein Signal ins ganze Land gesendet werden: Es ist Zeit für einen Aufbruch.

Doch es regt sich Widerstand. Das «C» ist für viele Mitglieder ein fundamentaler Bestandteil ihrer Partei. Sie wehren sich gegen eine voreilige Aufgabe des christlichen Wertegerüstes im Parteinamen. Das ist ihr gutes Recht. Ob sie mit ihrer Haltung die Mehrheit der Partei spiegeln, lässt sich aber nur schwer sagen.

Die aktuelle Parteiumfrage hätte einen Beitrag zur Aufklärung leisten können. Doch die Parteileitung lässt nur darüber abstimmen, ob die Mitglieder mit dem neuen Namen «Die Mitte Kanton Luzern» einverstanden sind oder nicht. Verständlicherweise stellen die «C»-Bewahrer die Frage, was ein Mitglied ankreuzen soll, das sich für den Kompromissvorschlag «CVP Luzern – die Mitte» erwärmen könnte. Soll es nun Ja oder Nein stimmen?

Sowieso haben nicht die Mitglieder, sondern die Delegierten in dieser Frage das letzte Wort. Einen Vorentscheid für den neuen Namen, wie ihn sich die Parteileitung vermutlich erhofft, wird die Konsultativabstimmung wohl nicht bringen. Durch die fehlende Auswahl wird das Resultat nur bedingt aussagekräftig sein – egal, was bei der Abstimmung herauskommt.